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Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweißen, Hormonen und Enzymen. Sie wirken sich auf Deinen Stoffwechsel aus, helfen bei der Speicherung von Energie oder sind selbst Energiereserven. Zudem sind sie am Aufbau von Geweben, Gefäßen und Knochen beteiligt, können aber weitaus mehr.

 

Aminosäuren – Die lebenswichtigen Bausteine des Körpers

Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen, sie wirken als Bestandteil von Hormonen, Geweben, Haaren und Nägeln, Neurotransmittern und spielen eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel.

Kurz gesagt: Leben ohne Aminosäuren ist für den Menschen nicht möglich. Dementsprechend schnell macht sich ein Mangel an den Substanzen bemerkbar.

Welche Vitalstoffe gehören zu Aminosäuren?

Über 250 Substanzen werden zu den Aminosäuren gerechnet. 23 von diesen gehören zu den sogenannten proteinogenen Aminosäuren. Also Aminosäuren, aus denen sich Proteine und Eiweiße zusammensetzen.

Alanin

Alanin gehört nicht zu den essentiellen Aminosäuren, denn es kann im menschlichen Körper selbst produziert werden. Dennoch ist der Vitalstoff lebenswichtig und entscheidend für die Gesundheit. Alanin wird als Baustein für Eiweiße und damit für die Bildung und Regeneration von Geweben benötigt, dazu kann es die Prostata vor krankhaften Veränderungen schützen und bei Bedarf zur Bereitstellung von Energie genutzt werden.

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Glycin

Ausgangsstoff zur Bildung von nicht essentiellen Aminosäuren, beteiligt an der Blutbildung, der Leberfunktion, der Produktion von Wachstumshormonen, Schutz vor freien Radikalen, positive Auswirkungen auf das Nervensystem und die Hirnfunktion, Hemmung von Entzündungen – Glycin ist ein wahrer Allrounder unter den Aminosäuren. Indirekt ist es sogar an noch mehr Prozessen beteiligt und darf daher keinesfalls fehlen. Damit kein Mangel entsteht, sollten vor allem eiweißreiche Nahrungsmittel wie zum Beispiel Fisch, Sojabohnen, Linsen oder Haferflocken auf Deinem Speiseplan stehen.

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Asparagin

Diese Aminosäure gilt als entgiftender und reinigender Vitalstoff, unterstützt die Leberfunktion und den Abbau von Alkohol, befreit das Blut von schädlichen Stoffen und regt die Ausschwemmung an – Asparagin hat also auch eine harntreibende Wirkung.

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Asparaginsäure

Die Asparaginsäure ist eine der zahlreichen nicht essentiellen Aminosäuren, eine Bildung im menschlichen Körper ist also möglich. Sie hat Einfluss auf die Bildung von Proteinen und Neurotransmittern, ist also sowohl für die körperliche als auch geistige Leistungsfähigkeit von Bedeutung. Übrigens ist die Asparaginsäure ebenso wie das Asparagin in Spargel vorhanden, der auch der Namensgeber dieser Vitalstoffe ist.

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Glutamin

Diese Aminosäure bestimmt entscheidend über den Wasserhaushalt der Zellen und dient auch als Energielieferant für die Zellen des Verdauungstraktes. Wie effizient Dein Workout ist, hängt also unter anderem von der Aufnahme an Glutamin ab. Zudem stellt Glutamin wie viele andere Vitalstoffe auch Energie bereit und darf in der gesunden Ernährung einfach nicht fehlen.

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Glutaminsäure

Glutaminsäure reguliert den Stoffwechsel und die Energiegewinnung, fängt freie Radikale und ist an dem Aufbau und dem Schutz der Muskeln beteiligt. Dennoch ist der Vitalstoff unterschätzt, obwohl er sogar eine nicht unerhebliche Wirkung auf das Zentrale Nervensystem hat.

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Das Salz der Glutaminsäure ist das Glutamat, ein Neurotransmitter im Zentralnervensystem der Informationen von Zelle zu Zelle weitergibt.

Phenylalanin

Diese Aminosäure ist zwar eher unbekannt, hat aber intensive Auswirkungen in Deinem Körper. Es hellt die Stimmung auf, kann Depressionen lindern, den Appetit und Hunger zügeln und sogar bei Suchtverhalten positiv hemmend wirken. So ist Phenylalanin nötig für die Bildung von Dopamin sowie Adrenalin und Noradrenalin. Diese Neurotransmitter wirken sich unter anderem auf Stimmung, Aufmerksamkeit und Stressbewältigung aus.

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Isoleucin

Isoleucin gehört aufgrund seiner verzweigt-kettigen Struktur zu den sogenannten BCAA(Branched Chain Amino Acids), wie auch Valin und Leucin. Ebenso wie diese ist Leucin am Aufbau und dem Schutz von Muskelmasse beteiligt, hat einen regulierenden Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und dient der Bereitstellung von Energie – sowohl in den Muskelzellen, als auch im Stoffwechsel des Körpers.

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Arginin

Wie alle lebenswichtigen Aminosäuren gehört auch das L-Arginin (wirksame Form im Körper) zu den alpha-Aminocarbonsäuren. Es beeinflusst den Stoffwechsel und spielt eine Rolle für das Immunsystem sowie bei der Senkung von Herz-Kreislauf Erkrankungen. Daher wird es auch bei der Behandlung von Arteriosklerose und Tinnitus eingesetzt. Die Aminosäure ist jedoch semi-essentiell und wird im Kindesalter, im Wachstum und während der Schwangerschaft nicht ausreichend produziert.

Carnitin

Carnitin ist eigentlich keine Aminosäure, wird jedoch häufiger zu diesen Substanzen gezählt. Fettverbrennung und Energiebereitstellung – vor allem für die Hirnzellen – ist entscheidend auf die Versorgung mit Carnitin zurückzuführen. Es kommt hauptsächlich in Fleisch vor und kann nur dann endogen aufgebaut werden, wenn eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B3, B6, B12, Vitamin C, sowie Eisen und Folsäure sichergestellt ist. Der umgangssprachlich als Fatburner bekannte Wirkstoff wird aus Methionin und Lysin gebildet und kann deine Belastungsfähigkeit erhöhen.

Cystein

Diese Aminosäure ist entscheidend an der Gesundheit der Gelenke beteiligt. Sie wird, außer im Säuglingsalter, im Körper aus Methionin und Serin selber hergestellt. Im Säuglingsalter muss Cystein aus der Muttermilch aufgenommen werden.

Dank dieser Substanz wird der Knorpel elastisch gehalten, zudem wird die Bildung von Gelenkschmiere aktiviert. Unter anderem wird L-Cystein (wirksame Form im Körper) auch bei der Behandlung von Arthrose und einer vorzeitigen Abnutzung der Gelenke verwendet.

Glutathion

Zu dem Einflussbereich von L-Glutathion (wirksame Form im Körper) fällt vor allem der Zellschutz. Ebenso wie die körpereigene Abwehr von Erregern und eine gesunde Durchblutung. Es ist eines der stärksten Antioxidantien in unserem Körper, unterstützt die Funktionsfähigkeit der roten Blutkörperchen und schützt die Leber vor Schäden.

Methionin

Methionin ist beteiligt an Stoffwechselprozessen und der Differenzierung der Produktion von Proteinen in den einzelnen Zellen. Es beeinflusst den Histaminspiegel und senkt damit Überempfindlichkeitsreaktionen und verhindert ebenso Fetteinlagerungen in der Leber. Es kommt in Fisch, grünem Gemüse, Fleisch und Reis vor.

Ornithin

L-Ornithin (wirksame Form im Körper), diese Aminosäure ist nicht essentiell und nicht proteinogen. Immunsystem, Stoffwechsel, Muskelaufbau, Fettabbau, Aktivierung von Wachstumshormonen, Entgiftung des Körpers und sogar die Potenz werden von L-Ornithin beeinflusst. Kein Wunder also, dass diese Aminosäure auch immer öfter als Nahrungsergänzung zu finden ist.

Leucin

Leucin oder L-Leucin (wirksame Form im Körper) ist Dir bestimmt bereits ein Begriff, wenn Du als Hobbysportler auf Ergänzungsmittel setzt oder Dich verstärkt mit Ernährung beschäftigst. Die Aminosäure ist essentiell, kann also im Körper nicht selbst produziert werden und muss daher in der Nahrung in ausreichendem Maße vorkommen. Leucin hilft beim Aufbau von Proteinen und Muskeln und schützt diese vor einem vorschnellen Abbau. Zudem aktiviert es die Ausschüttung von Insulin und Wachstumshormonen, reguliert also WachstumRegenerationund den Blutzuckerspiegel.

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Lysin

Immunsystem und Wachstum, Blutgerinnung, Haut, Haare, Nägel und Knochen – Die essentielle Aminosäure Lysin hat einen breitgefächerten Einfluss auf die Prozesse im Körper und ist daher entscheidend für die Gesundheit. Ein Mangel macht sich häufig durch verstärkte Infektionen, Haarausfall und Wachstumsstörungen bemerkbar. Aufgenommen werden kann Lysin durch den Verzehr von tierischen Lebensmitteln, Sojabohnen und Linsen.

Prolin

Die Aminosäure Prolin wirkt sich auf die Bildung von Kollagen aus und ist daher entscheidend für die Bildung und die Gesundheit von Bindegewebe und Knochen. Sie ist nicht essentiell und wird aus Glutaminsäure gebildet. Fehlt es, macht sich der Mangel durch eine schnelle Faltenbildung und schwache Knochen bemerkbar. Darüber hinaus hält es auch Gefäße elastisch und wirkt in den Zellen als schützender Puffer gegenüber schädlichen Stoffen.

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Serin

Serin ist eine nicht essentielle Aminosäure und kann aus Threonin, Glycin und Glucose aufgebaut werden. Sie spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau von Proteinen und Membranen, insbesondere bei Nerven- und Hirnzellen. Daher hat diese Aminosäure einen wichtigen Einfluss auf die Reizleitung und die geistige Leistungsfähigkeit. Dennoch ist bei Ergänzungsmitteln Vorsicht angeraten, denn eine Überversorgung kann u.a. zu hohem Blutdruck führen.

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Taurin

Taurin ist zwar streng genommen keine Aminosäure, entsteht aber als Abbauprodukt von L-Carnitin und L-Methionin und erfüllt in Deinem Körper zahlreiche Funktionen. Darunter die Anregung des Gallenflusses, der einen direkten Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat und die Gesundheit des Herzens. Taurin ist ein starkes Antioxidans und wirkt auch schützend auf das Lungengewebe und die Netzhaut im Auge.

Threonin

Auch als L-Threonin (wirksame Form im Körper) bezeichnet ist diese essentielle Aminosäure verantwortlich für ein gutes Immunsystem, den Stoffwechsel, die Bereitstellung von Energie und den Muskelaufbau. Zudem hilft Threonin bei der Aufnahme von Vitaminen und dem Wachstum der Muskulatur, benötigt dafür aber ebenfalls einige Nährstoffe – wie beispielsweise das Vitamin B6. Der Schlüssel zu einer ausreichenden Versorgung mit dieser Aminosäure ist also eine ausgewogene Ernährung.

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Tryptophan

Diese Aminosäure dient zur Bildung von Serotonin, welches stimmungsaufhellend wirken kann. Aus Serotonin wird wiederum Melatonin gebildet, welches Einfluss auf das Schlafverhalten hat. Ebenso ist Tryptophan über die Bildung von Vitamin B3 am Fettstoffwechsel beteiligt.

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Tyrosin

Auch als L-Tyrosin (wirksame Form im Körper) bezeichnet ist diese Aminosäure besonders dann wichtig, wenn Du unter Stress stehst. Sie verbessert die Konzentration und das Denkvermögen selbst bei Schlafmangel, wirkt sich auf die Stimmung aus und schützt vor den schädlichen Einflüssen von Dauerstress.

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Valin

Valin oder L-Valin (wirksame Form im Körper)hat Auswirkungen auf das Wachstum, die Muskeln und die Entwicklung. Aber auch Sportler sind in großem Maße auf diesen Vitalstoff angewiesen, denn er ist am Stoffwechsel und damit an der Bereitstellung von Energie aber auch der Gesundheit der Muskeln beteiligt.

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Wovon hängt der Aminosäurenspiegel ab?

Der Aminosäurenspiegel hängt hauptsächlich von drei Faktoren ab: Der Versorgung über die Ernährung, der endogenen Produktion und dem eigenen Bedarf. Bei großer psychischer oder physischer Belastung ist Dein täglicher Bedarf erhöht. Als Leistungssportler und in Stressphasen solltest Du mehr Lebensmittel auf Deinen Speiseplan setzen, die diese lebenswichtigen Substanzen enthalten.

Da Aminosäuren hauptsächlich über Eiweiß zugeführt werden, haben Menschen mit einer eiweißarmen Ernährung ein erhöhtes Risiko für Mangelzustände. Ein Aminosäuremangel entsteht also häufig bei z.B. Vegetariern und Veganern, die nicht genügend darauf achten vegetarische oder vegane Eiweißquellen in den Speiseplan zu integrieren.

Aber auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sowie Leistungssportler und Dauergestresste können häufiger betroffen sein, wenn dem erhöhten Bedarf keine ausreichende Versorgung gegenübersteht.

Welche Folgen hat ein Aminosäuremangel?

Aminosäuren sind wichtige Bausteine für eine Vielzahl von funktionalen Bestandteilen des Körpers. Als solche macht sich ein Mangel auf zahlreichen Wegen bemerkbar. Gerade hierdurch ist es so schwierig, explizit ein Defizit an Aminosäuren festzustellen. Oftmals können die Auswirkungen ebenso auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sein.

Welche Symptome treten bei Aminosäurenmangel auf?

Zu den Anzeichen eines Aminosäuremangels gehören:

  • Auswirkungen auf die Haut, Haare und Nägel: Das Fehlen von Aminosäuren zeigt sich nicht selten zuerst in ihrer Auswirkung auf das Erscheinungsbild und den natürlichen Schutz des Körpers. Nägel werden brüchig und wachsen nur verzögert nach, das Haarwachstum wird verlangsamt und starker Haarverlust ist möglich, die Haut wird in kurzer Zeit faltiger und trockener. Verantwortlich hierfür sind unter anderem auch freie Radikale, gegen die viele Aminosäuren Körperzellen schützen.
  • Beeinträchtigung des Immunsystems und der Wundheilung: Da die Aminosäuren einen immensen Einfluss auf das Immunsystem haben, macht sich ein Defizit dieser Substanzen auch bei der körpereigenen Abwehr bemerkbar. Eine mögliche Folge ist deine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen aber auch eine schlechtere, verzögerte Wundheilung.
  • Einschränkungen der Leistungsfähigkeit: Psychisch oder physisch – wie belastbar und widerstandsfähig du bist, hängt auch von einem gesunden Aminosäurespiegel ab. Sogar auf deine psychische Gesundheit kann sich ein Aminosäuremangel auswirken. Fehlen diese Substanzen langfristig, kann beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Depressionen entstehen.
  • Störungen des Stoffwechsels: Da die Aminosäuren entscheidend am Stoffwechsel und dessen reibungslosem Ablauf beteiligt sind, wirkt sich eine Unterversorgung auch darauf aus. Hohe Cholesterinwerte und ein verzögerter Fettabbau, stagnierendes Muskelwachstum und verminderte Leistungsbereitschaft sind mögliche Anzeichen für einen Aminosäuremangel.
  • Verminderte Fruchtbarkeit und Potenz: Einige Aminosäuren wirken sich direkt auf die Potenz und die Spermienqualität aus. Fehlen sie, kann männliche Unfruchtbarkeit also die Folge sein.
  • Wachstumsstörungen und vorzeitige Alterung: Aminosäuren werden beim Aufbau von Proteinen und Geweben benötigt und haben daher ebenso Einfluss auf Wachstumshormone. Zudem haben sie einen entscheidenden Einfluss auf den Zellschutz und wirken dem Einfluss von freien Radikalen entgegen und bewahren Haut und Gewebe daher vor vorzeitiger Alterung. Bei einem Mangel können Störungen des Wachstums und schnell alternde Haut mögliche Folgen sein.
  • Gefäßerkrankungen und verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens: Einige Aminosäuren verhindern die Ablagerung von Plaques in den Gefäßen, andere sind an deren Aufbau beteiligt und wieder andere sorgen direkt für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Ein Mangel ist hier schnell und auch auf Dauer verheerend.

Wo sind Aminosäuren enthalten?

Aminosäuren finden sich vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln aber längst nicht nur in Fleisch. Stattdessen können auch Vegetarier und Veganer ohne tierische Produkte eine ausreichende Versorgung sicherstellen, wenn die richtigen Speisen auf dem Plan stehen.

Besonders reich an Aminosäuren beziehungsweise deren Vorstufen sind:

  • Fleisch und Innereien, vor allem Leber
  • Fisch und Meeresfrüchte, insbesondere Garnelen
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte, wie Linsen, Bohnen und Erbsen
  • Nüsse
  • Hefe, Soja, Getreideprodukte, wie beispielsweise Haferflocken

Welche Wirkungen und Nebenwirkungen haben Aminosäuren?

Weil Aminosäuren an so vielen Prozessen beteiligt sind, haben sie auch zahlreiche Wirkungen. Oftmals überschneiden sie sich dabei mit der Funktion von Vitaminen und anderen Vitalstoffen, daher ist es so wichtig, eine gesunde und ausgewogene Ernährung einzuhalten. Denn nur im richtigen Verhältnis können die Substanzen ihre gesunde Wirkung entfalten.

Welche Wirkungen haben Aminosäuren auf Dich?

Aminosäuren wirken in vielerlei Hinsicht und in vielen Bereichen. Darunter:

  • Regulierung des Stoffwechsels
  • Gewebeaufbau und Zellschutz
  • Aktivierung und Unterstützung des Immunsystems
  • Beteiligung am Wachstum
  • Auswirkung auf Haut, Haare und Nägel sowie die männliche Fruchtbarkeit

Welche Nebenwirkungen können Aminosäuren haben?

Nebenwirkungen bei Überdosierung von Aminosäuren sind selbst bei einer bewussten und zusätzlichen Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel selten, aber nicht unmöglich. So können sie zu einer verzögerten Blutgerinnung aber auch zur Verstärkung, der Reduzierung der Wirksamkeit oder gar der gänzlichen Unwirksamkeit von Medikamenten führen. Vor einer Nahrungsergänzung mit Aminosäuren und der zeitgleichen Einnahme anderer Medikamente sollte also der Arzt befragt werden.

Wie viele Aminosäuren benötigt Dein Körper?

Allein durch die Anzahl der bisher bekannten proteinogenen Aminosäuren ist es schwierig, zu jeder einzelnen Substanz Empfehlungen auszusprechen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt jedoch Richtwerte für die Versorgung mit Eiweiß heraus. Du solltest dabei beachten, dass es sich hierbei nur um mehr oder minder grobe Empfehlungen handelt.

Bist Du beruflich im Dauerstress, verrichtest körperliche harte Arbeit oder belastet Dich ein psychischer und emotionaler Stress anhaltend, ist Dein Bedarf merklich erhöht. In diesen Fällen solltest Du Dir ein tägliches Ei extra oder eine Handvoll Nüsse mehr gönnen.

Wie viele Aminosäuren benötigen Frauen?

Für Frauen zwischen 19 und 51 Jahren sollten täglich 48 Gramm Protein auf dem Speiseplan stehen. Danach sinkt der Bedarf auf 47 Gramm, ab dem 65. Lebensjahr sind sogar nur 46 Gramm täglich nötig. Zum Vergleich: Ein Hühnerei enthält ungefähr 8 Gramm Protein und damit reichlich Basis für Aminosäuren. Allerdings nicht im Eiweiß, sondern hauptsächlich im Eigelb. Grob gerechnet benötigt der Körper pro Kg Körpergewicht etwa 0,8 Gramm Protein pro Tag.

Tipp: Hühnereier sind hervorragende Proteinquellen, da das in ihnen enthaltene Eiweiß zu fast 100 Prozent vom Körper umgesetzt und verwendet werden kann. Bei Hülsenfrüchten sind es immerhin noch 50 Prozent, weswegen Bohne, Linsen, Erbsen und Co. vor allem auf dem veganen Speiseplan häufiger vorkommen sollten.

Wie viele Aminosäuren benötigen Männer?

Bei Männern liegt der Tagesbedarf an Protein etwas höher. Zwischen dem 19- und 51. Lebensjahr reichen 57 Gramm aus. Ab dem 51. Jahr werden gar nur 55 Gramm benötigt. Nach dem 65. Geburtstag reichen sogar 53 Gramm täglich aus. Auch bei Männern gilt, dass der Körper in etwa 0,8 Gramm Protein pro Körpergewicht und Tag benötigt.

Wie viele Aminosäuren benötigen Kinder?

Bei Kindern schwankt der Eiweißbedarf noch recht stark:

  • Säuglinge bis zu vier Wochen benötigen 14 Gramm täglich
  • Zwischen dem ersten und zweiten Lebensmonat sind 11 Gramm nötig
  • Bis zum vierten Lebensmonat reichen 8 Gramm aus
  • Ab dem vierten Lebensmonat steigt der Bedarf wieder auf 11 Gramm
  • Zwischen dem sechsten und zwölften Monat pendelt sich der Tagesbedarf zunächst bei 9 Gramm ein
  • Zwischen ein und vier Jahren sollten täglich 13 bis 14 Gramm Eiweiß auf dem Speiseplan der Kleinen stehen.
  • Bis zum siebten Jahr sind für das Wachstum 18 Gramm nötig
  • Kinder zwischen sieben und zehn Jahren brauchen ganze 26 Gramm Protein täglich
  • Bis zum 13. Lebensjahr steigt der Tagesbedarf auf 37 Gramm für Jungs und 38 Gramm für Mädchen
  • Zwischen 13 und 19 benötigen Mädchen 48 bis 49 Gramm, Jungs hingegen 50 bis 62 Gramm Protein pro Tag

Wie viele Aminosäuren benötigen Sportler?

Eine eindeutige Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit gibt es in Hinblick auf Proteinmengen für Sportler nicht. Eine regelmäßige Untersuchung der Blutwerte kann aber Aufschluss darüber geben, ob ausreichende Mengen der lebenswichtigen Aminosäuren mit der Nahrung aufgenommen werden.

Wie viele Aminosäuren benötigen Schwangere?

Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat steigt der Tagesbedarf an Aminosäuren und Eiweißen an. Immerhin 58 Gramm sollten täglich auf dem Teller landen, damit Mutter und Kind ausreichend versorgt werden. Jedoch hängt der genaue Bedarf vom jeweiligen Körpergewicht ab.

Wie viele Aminosäuren benötigen Stillende?

Säuglinge beziehen Eiweiße und Aminosäuren ausschließlich über die Muttermilch beziehungsweise Fertigmilch, dazu muss sich der Körper der Mutter von den Strapazen der Schwangerschaft erholen und Gewebe regenerieren. Dafür sind bei Stillenden ganze 63 Gramm pro Tag nötig.

Wie viele Aminosäuren benötigen Senioren?

Ab dem 65. Lebensjahr sind für Männer nur noch 53 Gramm, für Frauen 46 Gramm pro Tag nötig. Zugleich gehören Senioren aber auch zur Risikogruppe für einen Aminosäure Mangel, sollten also auf eine ausreichende Versorgung ganz besonders achten.

Was bedeuten Deine Aminosäuren Werte?

Was der Aminosäuren Spiegel im Blut aussagt, kann Dein Arzt feststellen und einordnen. Aber auch unser Test kann Dir dabei direkt weiterhelfen. Eine besonders eiweißreiche Mahlzeit kann die Werte bereits positiv beeinflussen, einen chronischen Mangel aber nicht vollständig ausgleichen. Aussagekräftig sind daher nur regelmäßige Tests in Verbindung mit geeigneten Handlungsmaßnahmen.

Aminosäuren und Sport

Aminosäuren beziehungsweise Eiweiß sind essentiell für den Muskelaufbau und die Regeneration nach dem Sport. Deine Ernährung sollte also umso proteinreicher sein, je mehr Du Dich bewegst. Auch hier gibt es wieder keine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Bei Nahrungsergänzungen solltest Du aber darauf achten, Deinem Körper nicht zu viel Eiweiß zuzuführen. Im höheren Alter sorgt das beispielsweise für eine stärkere Belastung der Nieren.

Setze daher lieber auf natürliche Aminosäurequellen, wie die oben aufgezählten Lebensmittel.

Quellen

  • Jan Koolman: Taschenatlas der Biochemie.Thieme, 2003, ISBN 3137594030
  • Hans Kohl: Aminosäuren – ihre theoretische und praktische Bedeutung für die klinische Therapie. Editor Cantor, 1954, DNB 45250916
  • Josef Breuer: Aminosäuren. Thieme, 1981, ISBN 3134886014
  • Klaus Arndt: Leistungssteigerung durch Aminosäuren. Novagenics, 1994, ISBN 3929002043
  • Ass.-Prof. Dr. Dorothea Möslinger: Eine Aminosäure auf Irrwegen. In „Clinicum“ Nr. 03/2015 Seite 26,28, 2015
  • Siegfried Borelli: Über Aminosäuren im Blutserum. Gonzen, 2014, ASIN B00QY0F9J2
  • Tobias Langrock: Analytik posttranslational hydroxylierter Aminosäuren mit Collagen. 2007, Leipzig, Hochschulschrift, Dissertation
  • Klaus Lübke: Chemie und Biochemie der Aminosäuren, Peptide und Proteine. Thieme, 1975, ISBN 3135151018

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