Das bekannteste der Carotinoide ist Beta-Carotin. Dieses ist nicht nur für seine Provitamin A-Aktivität bekannt, sondern besitzt, wie übrigens alle Carotinoide, auch eine Wirkung als Antioxidans.

 

Beta-Carotin: Das pflanzliche Pigment ist die Vorstufe für Vitamin A.

Was ist Beta-Carotin?

Beta-Carotin ist ein fettlösliches, pflanzliches Pigment, das als Vorstufe für Vitamin A dient und zudem Auswirkungen auf eine Vielzahl von Vorgängen im menschlichen Körper hat. So ist Beta-Carotin am Immunsystem beteiligt, schützt Gewebe und ist für die Sehkraft mitverantwortlich.

Auf Deinem Speiseplan sollte Beta-Carotin – auch bekannt als Provitamin A – also keinesfalls fehlen. Dem pflanzlichen Farbstoff werden jedoch auch negative Wirkungen zugeschrieben – daher solltest Du zusätzlich auf die richtige Dosierungen achten.

Wovon hängt Dein Beta-Carotinspiegel ab?

Beta-Carotin kann von Deinem Körper nicht selbst produziert werden. Dein Beta-Carotinspiegel hängt also in erster Linie von Deiner Ernährung und der Zusammenstellung der Lebensmittel ab.

Zusätzlich ist Dein täglicher Bedarf entscheidend. Besondere Belastungen wie Krankheiten, Leistungssport aber auch Schwangerschaft und Stillzeit, verlangen dem Körper einiges ab und erhöhen damit den individuellen Bedarf. Selbst bei einer an sich Beta-Carotinreichen Ernährung kann es daher vorkommen, dass Dein Spiegel vergleichsweise niedrig ist.

Um zu überprüfen, ob dein Körper optimal mit Beta-Carotin versorgt ist, bietet sich dieser Bluttest an.

Wer ist besonders häufig von einem Beta-Carotinmangel betroffen?

Die Ursachen für einen Beta-Carotinmangel sind vielfältig – obwohl das Provitamin A an sich in zahlreichen Lebensmitteln vorkommt. Zu den Risikogruppen und -faktoren für eine Unterversorgung mit Beta-Carotin gehören:

  • Alter: Senioren aber auch Kinder und junge Frauen sind besonders häufig von einem Beta-Carotinmangel betroffen. Ursachen hierfür können das oftmals geschwächte Immunsystem dieser Risikogruppen aber auch Ernährungsweise und Belastungen sein.
  • Erkrankungen: Arthritis, Schilddrüsenüberfunktion, Krebs, Aids, Diabetes und chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms erhöhen zum einen den individuellen Bedarf an Vitamin A und dadurch auch an Beta-Carotin.
  • Medikamente: Schlafmittel, Abführmittel und cholesterinsenkende Medikamente verbrauchen einerseits die vorhandenen Vitamin A und Beta-Carotin Vorräte des Körpers, wodurch der Bedarf erhöht wird. Andererseits können hierdurch Schwankungen in der Zufuhr nicht mehr abgefangen werden. Weiterhin wird die Aufnahme des Beta-Carotins in den Organismus verschlechtert.
  • Ernährung: Beta Carotin kommt vor allem in grünem und orangefarbenem Obst und Gemüse vor. Karotten, Kürbis, Feldsalat und Spinat enthalten also große Mengen des Pigments. Zusätzlich wird Beta Carotin als Farbstoff in Fertigprodukten verwendet – im Grunde ist die ausreichende Versorgung durch die Ernährung also einfach. Dennoch kann es durch eine Mangel- oder Unterernährung, sehr einseitige Diäten und Essstörungen zu einem Defizit mit Provitamin A kommen.
  • Umweltgifteschädliche Einflüsse und Genussmittel: Abgase, Chemikalien, ausgiebige Sonnenbäder, Nikotin, Alkohol und Stress bewirken eine große Menge an freien Radikalen im Organismus. Da Beta-Carotin als Antioxidans wirkt und ebendiese freien Radikalen unschädlich macht, werden sie vermehrt verbraucht. Ein Mangel ist dann nahezu vorprogrammiert.
  • Besondere Belastungen: Anhaltender Stress, Schwangerschaft, Stillzeit sowie Leistungssport erhöhen den Bedarf an Beta-Carotin und machen einen Mangel wahrscheinlicher, wenn dieser nicht durch die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen wird.

Wer ist besonders häufig von einer Beta-Carotin Erhöhung betroffen?

Ein erhöhter Beta-Carotinspiegel kommt sehr selten vor – dennoch kann es durch die folgenden Faktoren dazu kommen:

  • Ernährung: Wer täglich große Mengen Karotten in Form von Saft oder Suppen zu sich nimmt und auch ansonsten viele Beta-Carotinreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan hat, kann sich hierdurch regelrecht in eine Überversorgung essen beziehungsweise trinken. Diese Gefahr besteht vor allem bei stark einseitig ausgerichteten Diäten. Sie kann jedoch auch durch den übermäßigen Verzehr von Fertigprodukten auftreten, die Beta-Carotin als Farbstoff enthalten.
  • Nahrungsergänzungen: Beta-Carotin als Sonnenschutz oder Bestandteil eines Vitaminkomplexes kann zu einer akuten oder auch chronischen Erhöhung des Provitamins A führen.

Welche Folgen kann ein Beta-Carotinmangel auf Dich haben?

Die Folgen eines Beta-Carotinmangels sind vielfältig, machen sich aber vor allem an Haut, Haaren, Nägeln, den Augen und den Sinnen bemerkbar.

Welche Folgen kann eine Beta-Carotinüberversorgung auf Dich haben?

Wird der Körper mit Beta-Carotin überversorgt, speichert er dieses im Körperfett oder scheidet es über Urin und Stuhl aus. Dennoch kann sich die Erhöhung an einem Gelbwerden der Haut bemerkbar machen. Handelt es sich um isoliert zugeführtes Beta-Carotin aus Nahrungsergänzungsmitteln, die von Rauchern und Menschen mit vergleichsweise hohem Alkoholkonsum aufgenommen werden, sind die möglichen Folgen hingegen schwerwiegend.

Welche Symptome treten bei einem Beta-Carotinmangel auf?

Zu den möglichen Symptomen eines Beta-Carotinmangels gehören:

  • Krankheitsanfälligkeit: Da Beta-Carotin das Immunsystem stärkt, kann bei einem Mangel eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit die Folge sein. Vor allem Infekte treten häufiger und länger auf.
  • Sehprobleme: Beta-Carotin wird zur Produktion von Vitamin A benötigt, das bekanntermaßen entscheidend für die Sehkraft ist. Besteht ein Mangel, kann die Sehschärfe nachlassen. Dieses Defizit macht sich zunächst vor allem in der nächtlichen Sehschärfe bemerkbar. Auch trockene Augen sind keine Seltenheit.
  • Veränderungen an Haut, Haaren und Nägeln: Trockene Haut, splitternde Nägel, splissiges, struppiges Haar und Haarausfall können Resultate eines Beta-Carotinmangels sein.
  • Veränderungen der Sinne: Fehlt Beta-Carotin, lassen Tast- und Geruchssinn und damit auch der Geschmackssinn nach.
  • Appetit: Ähnlich bei einer Erkältung schmeckt nichts so recht, wenn der Geruchssinn und damit der Geschmack eingeschränkt ist. Der Appetit lässt in der Folge nach.

Welche Symptome treten bei einer Beta-Carotinüberdosierung auf?

Während eine Vitamin A Überdosierung zu ernsthaften organischen Problemen führen kann, wird überschüssiges Beta-Carotin unter normalen Umständen teilweise gespeichert und teilweise ausgeschieden. Dennoch kann es zu einer Orange-Gelbverfärbung der Haut kommen – was vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern häufig auffällt, die hauptsächlich mit Karottenbrei ernährt werden. Diese lässt jedoch sehr schnell wieder nach, wenn die Zufuhr des Beta-Carotins eingeschränkt wird.

Ist dies nicht der Fall oder fällt die Verfärbung zuerst an den Schleimhäuten und im Weiß des Auges auf, handelt es sich um Leberschäden oder Krankheiten und nicht um eine Beta-Carotinerhöhung. In diesen Fällen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Zudem gibt es eine Gefahr bei der Kombination von Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum und der erhöhten Zufuhr von Beta-Carotin.

Beta-Carotin, Alkohol und Nikotin

In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass Rauchen und Alkoholkonsum den Beta-Carotinspiegel erheblich senken können. Eine Erhöhung des Beta-Carotinwertes durch die Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln scheint dann die logische Schlussfolgerung – kann jedoch einen ungeahnt gefährlichen Effekt haben, denn die Zufuhr größerer Mengen Beta-Carotin steigert vermutlich auch das Krebsrisiko.

Vermutet wird, dass es sich bei dem gesenkten Beta-Carotinspiegel nicht um einen Mangel, sondern möglicherweise um einen Schutzmechanismus des Körpers handelt. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wäre in diesen Fällen also denkbar ungünstig. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung weist dieses Risiko hingegen nicht auf, da das Beta-Carotin in diesem Fall nicht isoliert aufgenommen wird.

Wo ist Beta-Carotin enthalten?

Wie bereits erwähnt, findet sich Beta-Carotin vor allem in Gemüse und Obst, das gelb, orange, rot gefärbt ist. Aber auch grünes Blattgemüse oder das meist unverwertete Grün von Gemüsen enthält oftmals hohe Mengen Beta-Carotin.

Besonders reich an dem Provitamin A sind:

  • Orangefarbene Gemüse und Früchte: Karotten, Kürbis, Aprikosen, Mangos und Kakis haben hohe Beta-Carotin Werte und zudem zahlreiche andere Vitamine und Vitalstoffe zu bieten.
  • Grüne Gemüse: Spinat, Grünkohl, Endivien, Rucola, Feldsalat, Mangold, Chicorée aber auch Karottengrün und grüne Paprika und Kresse weisen gute Beta-Carotin Werte auf. Wer sich mit häufigem Salatgenuss oder großen Mengen Gemüse nicht so recht anfreunden kann, sollte (grüne) Smoothies in Betracht ziehen.
  • Rote Gemüse und Obstsorten: Rote Paprika, Beerenfrüchte, Blutgrapefruit, Sauerkirschen, Melone und Rote Beete bieten neben einer satten Farbe auch noch Beta-Carotin und zahlreiche andere Vitalstoffe. Hier darf also oft und reichlich zugelangt werden.

Hier findest Du eine Liste von Beta-Carotinhaltigen Lebensmitteln.

Welche Wirkungen und Nebenwirkungen kann Beta-Carotin haben?

Die Wirkungen des Beta-Carotins sind vielfältig, die Nebenwirkungen hingegen nur bei einer stark erhöhten Zufuhr beziehungsweise der Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gegeben.

Welche Wirkungen hat Beta-Carotin?

Beta-Carotin kann:

  • Das Immunsystem stärken
  • Die Augengesundheit fördern
  • Haut, Haare und Nägel schützen
  • Gewebe auf der Zellebene als Schutz vor freien Radikalen dienen
  • Als Schutz und zur Aufrechterhaltung der Funktion von Sinneszellen fungieren
  • Die Erhöhung und den Schutz der Fruchtbarkeit bedingen
  • Die Risiken für diverse Krankheiten, wie bestimmte Krebsarten, Nierensteine, Osteoporose und Gefäßverkalkung reduzieren

Welche Nebenwirkungen hat Beta-Carotin?

Wie bereits erwähnt, kommt es im Normalfall nicht zu Nebenwirkungen durch die erhöhte Zufuhr von Beta-Carotin – abgesehen von einer Orange-Gelbverfärbung der Haut. Ausnahmen stellen erhöhte Werte bei dem übermäßigen Konsum von Alkohol oder Nikotin dar. Auch dann muss allerdings unterschieden werden.

Bereicherst Du Deine Ernährung um frisches Obst und Gemüse, nimmst Du Beta-Carotin nicht isoliert, sondern gemeinsam mit anderen sekundären Pflanzenstoffen auf. Dein Körper kann das Provitamin A dann besser verwerten, speichern und bei Bedarf ausscheiden. Anders bei einer Zufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel. Hier liegt das Beta-Carotin isoliert vor, wodurch die Blutwerte einseitig stark ansteigen und damit aus der Balance gebracht werden können. Eine Steigerung des Risikos für bestimmte Krebserkrankungen ist dann möglich.

Wie viel Beta-Carotin benötigt Dein Körper?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung – kurz auch DGE genannt – empfiehlt für die Aufnahme vonVitamin Abeziehungsweise Beta-Carotin eine Tagesdosis, die je nach Geschlecht und Alter variiert. Dabei ist etwa die sechsfache Menge von Beta-Carotin nötig, um den täglichen Bedarf an Vitamin A zu decken. Dies berechnet sich wie folgt:

  • Bis 4. Lebensmonat: 0,5 Milligramm Vitamin A oder 3 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 4. Lebensjahr: 0,6 Milligramm Vitamin A oder 3,6 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 7. Lebensjahr: 0,7 Milligramm Vitamin A oder 4,2 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 10. Lebensjahr: 0,8 Milligramm Vitamin A oder 4,8 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 13. Lebensjahr: 0,9 Milligramm Vitamin A oder 5,4 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 15. Lebensjahr: Mädchen nehmen 1,0 Milligramm, Jungs 1,1 Milligramm Vitamin A oder 6,0 beziehungsweise 6,6 Milligramm Beta-Carotin
  • Bis 19. Lebensjahr: 0,9 mg Vitamin A oder 5,4 mg Beta-Carotin für Mädchen, 1,1 mg Vitamin A oder 6,6 mg Beta Carotin für Jungs
  • Bis 65. Lebensjahr und älter: 0,8 mg Vitamin A oder 4,8 mg Beta-Carotin für Frauen, 1,0 mg Vitamin A oder 6,0 mg Beta-Carotin für Männer
  • Schwangere und Stillende haben einen deutlich erhöhten Bedarf von 1,1 mg Vitamin A (6,6 mg Beta-Carotin) in der Schwangerschaft und 1,5 mg (9 mg Beta-Carotin) in der Stillzeit

Beta-Carotin und Fett

Um die Aufnahme von Beta-Carotin in den Organismus zu verbessern, sollten die entsprechenden Lebensmittel mit etwas Fett aufgenommen werden. Günstig sind Pflanzenöle, wie Mandel-, Lein- und Kokosöl.

Quellen

  • Heidi Dürr: Beschränkung für Beta-Carotin. In „Lebensmittel Zeitung“, 2002, 27, ISSN 0947-7527
  • Beta-Carotin – zu wenig, nicht zuviel Aufnahme. In „Ärzte-Zeitung“, 2009, 212, ISSN 0175-5811
  • Katrin Krieger: Untersuchungen zum Einfluß einer Beta-Carotin-Zufütterung auf die Konzentration von Beta-Carotin und Vitamin A in Blut und verschiedenen Geweben sowie auf reproduktionsbiologische Parameter und das uterine Milieu zum Zeitpunkt der Implantation beim Schwein. Hochschulschrift, Leipzig, Diss., 1996
  • Christoph Raschka: Sport und Ernährung : wissenschaftlich basierte Empfehlungen und Ernährungspläne für die Praxis. Thieme, 2012, ISBN 3131671513
  • Hans-Konrad Biesalski: Taschenatlas der Ernährung. Thieme, 2011,
  • Thomas Schmacker: Das Haar in der Suppe: Das bunteste Schwarzbuch zur Ernährung. Tectum Verlag, 2014, ISBN 3828857345
  • Beta-Karotin darf künftig nur noch in geringen Dosen Lebensmitteln zugesetzt werden. In „Handelsjournal“, 2002, 08.

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