Natrium ist Bestandteil von Natriumchlorid (chemische Formel: NaCl), besser bekannt als Kochsalz. Dementsprechend befindet sich Natrium in allen salzigen Speisen. Der menschliche Organismus enthält ca. 100 Gramm Natrium.

 

Natrium: Die überlebenswichtige Substanz aus Kochsalz.

Was ist Natrium?

Natrium ist ein Mineralstoff, der für den menschlichen Körper lebenswichtig ist. Dennoch reichen bereits sehr kleine Mengen aus, um den täglichen Bedarf zu decken – wichtiger als eine Versorgung sicherzustellen ist es beim Natrium daher häufig, die Einnahme zu begrenzen.

Wovon hängt der Natriumspiegel ab?

Der menschliche Körper bezieht Natrium aus der Ernährung, gibt ihn allerdings auch über Urin, Schweiß, Tränenflüssigkeit und den Stuhl wieder ab. Dein Spiegel wird daher zum einen von Deiner Ernährung und zum anderen von den Ausscheidungsmengen bestimmt.

Schwitzt Du häufig und viel, beispielsweise durch harte körperliche Arbeit, Sport oder Saunagänge, kann Dein Natriumspiegel trotz an sich ausreichender Aufnahme des Mineralstoffs also sehr niedrig sein.

Wer ist besonders häufig von einem Natriummangel betroffen?

Ein Natriummangel ist im Vergleich zu anderen Mineralstoffen und Spurenelementen sehr selten, immerhin steckt Natrium bereits im gewöhnlichen Speisesalz. Obwohl es aber so einfach ist, den täglichen Bedarf zu decken, kann dennoch ein Defizit entstehen. Dafür können sich mehrere Faktoren verantwortlich zeigen:

  • Essstörungen: Bei einer allgemeinen Mangel- beziehungsweise Unterernährung kann die tägliche Zufuhr schlicht nicht ausreichen, Magersucht geht daher häufig mit einem Natriummangel einher. Gleiches gilt bei Ess-Brech-Sucht. In diesem Fall kann die Nahrung zwar ausreichend Natrium enthalten, der Mineralstoff kann vom Körper aber nicht rechtzeitig aufgenommen werden.
  • Verdauungsstörungen: Kommt es zu Erbrechen und Durchfall, gehen dabei größere Mengen Natrium verloren. Ein solcher Mangel lässt sich in der Regel zwar schnell wieder ausgleichen, kann den Wasserhaushalt jedoch vorrübergehend stören. Kommt es zu Erbrechen und Durchfall, gehen dabei größere Mengen Natrium verloren. Ein solcher Mangel lässt sich in der Regel zwar schnell wieder ausgleichen, kann den Wasserhaushalt jedoch vorrübergehend stören.
  • Sport und Arbeit: Fließt bei der Arbeit oder beim Workout der Schweiß in Strömen, werden hierbei auch große Mengen Natrium ausgeschieden. Wird der erhöhte Bedarf nicht zeitnah ausgeglichen, kommt es zu einem Defizit.
  • Hyperhidrose: Wer unter Hyperhidrose leidet, allein oder als Begleiterkrankung mit anderer Ursache, schwitzt übermäßig viel – auch ohne Wärme und Stress ausgesetzt zu sein oder körperlicher Anstrengung. Der Natriumbedarf ist hier stets erhöht, eine erhöhte Aufnahme ist aber nicht in jedem Fall sinnvoll oder notwendig.
  • Chronische Krankheiten: Krankheiten der Nieren und Leber aber auch andere Erkrankungen können zum einen die Aufnahme von Natrium erschweren und zum anderen den Bedarf erhöhen. Nach entsprechenden Kontrollen des Natriumspiegels kann daher eine erhöhte Aufnahme erforderlich sein.
  • Medikamente: Wasserausleitende Mittel, sogenannte Diuretika, aber auch andere Wirkstoffe können Natrium in erhöhten Mengen ausscheiden oder die Aufnahme erschweren. Auch dann sind Mangelzustände möglich, wenn der erhöhte Bedarf nicht zeitnah ausgeglichen wird.
  • Hormonelle Umstellungen und Schwankungen: In der Pubertät aber auch in der Schwangerschaft und Menopause kann vermehrtes Schwitzen auftreten, wobei reichlich Natrium verloren geht. Eine erhöhte Aufnahme ist jedoch nicht immer nötig, da oftmals ohnehin zu viel des Mineralstoffs aufgenommen wird.

Welche Folgen hat ein Natriummangel?

Geht über lange Zeit viel Natrium über den Urin verloren, beispielsweise weil Diuretika eingenommen werden müssen oder übermäßig viel getrunken wird, kann das nicht nur einen Natrium sondern auch einen Calciummangel nach sich ziehen, was wiederum das Risiko für Osteoporose begünstigt.

Weitere Folgen eines Defizits finden sich bei Nerven und Muskeln, im Wasserhaushalt und dem Säure-Basen-Gleichgewicht.

Welche Symptome treten bei Natriummangel auf?

  • Muskeln: Zittern, Krämpfe und Muskelschwäche können auf einen Natriummangel zurückgeführt werden.
  • Nerven: Da Natrium für die Reizleitung zwischen den Nerven mitverantwortlich ist, kann es durch ein Defizit zu Störungen in diesem Bereich kommen. Verlangsamte Reaktionen und Zittern, gestörte Empfindungen und nachlassende Denkleistung sind möglich.
  • Wasserverlust: Natrium ist in der Lage, Wasser zu binden – es also in den Zellen zu halten und einem übermäßigen Verlust vorzubeugen. Fehlt Natrium, kann Wasser vermehrt über Urin und Schweiß ausgeschieden werden, der Körper dehydriert, zahlreiche Prozesse können nicht mehr regulär ablaufen. Das Blut verdickt sich und die Durchblutung und Versorgung verringert sich.
  • Blutdruck: Der Blutdruck kann bei einem Natriummangel sowohl ansteigen als auch gefährlich sinken. Häufiger ist niedriger Blutdruck, der beispielsweise zu Schwächeanfällen führen kann.
  • Allgemeinbefinden und Leistungsfähigkeit: Kopfschmerzen, Ohnmacht, Übelkeit, Schwindel – fehlt Natrium, leidet das Allgemeinbefinden und sowohl die körperliche als auch geistige Leistungsfähigkeit sinkt.
  • Neurologische Störungen: Weil den Nerven das Natrium fehlt, kann es auch auf das Gehirn nicht mehr regulierend einwirken. In der Folge kommt es zu Schwellungen des Hirns und der Hirnhäute, Kopfschmerzen, Krampfanfällen und sogar ein Koma ist möglich.

Wer ist besonders häufig von einer Natriumüberversorgung betroffen?

Laut dem Max-Rubner Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel nahezu jeder. Kein Wunder, denn Natrium steckt in Kochsalz, Käse, Wurst, Fisch, konserviertem Gemüse, Backwaren und vielem mehr. Beinahe jedes Fertigprodukt und sogar Mineralwässer sind mit Natrium angereichert.

Es gibt allerdings Unterschiede bei der individuellen Empfindlichkeit gegenüber Natrium. So kann der Mineralstoff bei manchen Menschen vergleichsweise unbedenklich auch in größeren Dosierungen aufgenommen werden, bei anderen zeigen sich hingegen deutliche Symptome und erhöhte Risiken.

Mögliche Folgen und Symptome einer Natriumüberversorgung

Menschen, die empfindlich auf Natrium reagieren, können unter den folgenden Symptomen einer Überversorgung leiden:

  • Erhöhter Blutdruck
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Schäden an den Herzmuskeln und Gefäßen
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Wo ist Natrium enthalten?

Natrium steckt in nahezu allen Lebensmitteln. In großen Mengen aber vor allem in solchen Produkten, die salzig schmecken. Darunter:

  • Wurst, Würstchen, Salami, Schinken und gepökeltem Fleisch
  • Käse, vor allem Feta aber auch Brie und andere Hart- und Schnittkäsesorten
  • Eingelegte Gemüse und Antipasti, sowie Sauerkraut
  • Seefisch, hier vor allem frische Heringe, Sardinen und Aal aber auch geräucherte Varianten
  • Backwaren und Salz- beziehungsweise Laugengebäck
  • Fertigprodukte aber auch Brühe, Milchpulver, Ketchup und Fertigsaucen sowie Marinaden

Welche Wirkungen und Nebenwirkungen hat Natrium auf Dich?

Die Funktionen von Natrium im menschlichen Körper sind vielfältig. Muskeln, Nerven, Knochen, Gewebe, Wasserhaushalt – sie alle benötigen den Mineralstoff zur Regeneration und Regulierung. Ebenso vielfältig sind daher die Wirkungen und möglichen Nebenwirkungen des Natriums.

Welche Wirkungen kann Natrium haben?

Natrium hat Einfluss auf:

  • Regulierung des Wasserhaushaltes und dadurch indirekt auf Harndrang, Nierenfunktion, Blutdruck, Versorgung und Durchblutung sowie das Schwitzen
  • Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts, dadurch Auswirkungen auf den Zellschutz und die Energiebereitstellung, die Hautgesundheit und das Immunsystem
  • Regulation von Stoffausgleichen auf zellularer Ebene, dadurch Beteiligung an der Gesundheit von Knochen, Muskeln, Bindegewebe und Haut.
  • Verhindert den Aufbau bestimmter Mineralstoffe, die zur Entstehung von Nierensteinen und Blasensteinen beitragen.

Welche Nebenwirkungen kann Natrium auf Dich haben?

Wird dauerhaft deutlich mehr Natrium aufgenommen, als verbraucht oder zeitnah ausgeschieden werden kann, kann das zu einem erhöhten Blutdruck führen. Auch Ungleichgewichte bestimmter Stoffe, wie beispielsweise Kalzium, sind möglich. Langfristig kommen Schäden an Gefäßen, Herz und Nieren hinzu.

Wie viel Natrium benötigt der Körper?

Laut der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist lediglich eine sehr kleine Menge an Natrium zur Mindestversorgung nötig. Bereits etwa 1,25 Gramm Kochsalz, also Natriumchlorid, pro Tag decken den Bedarf eines Erwachsenen komplett. Nötig ist das zusätzliche Salzen im Normalfall aber nicht, da sich Natrium in nahezu allen Lebensmitteln und sogar in Gemüse und Getreide oder auch dem Trinkwasser findet.

Dieser Bedarf kann natürlich stark schwanken, abhängig von Alter, Belastung und Gesundheitszustand. Zudem sollten laut Weltgesundheitsorganisation nicht mehr als 2 Gramm pro Tag aufgenommen werden. Diese Empfehlung wird allerdings regelmäßig überschritten.

Wie viel Natrium benötigen Erwachsene?

Mindestens 550 Milligramm, maximal 2 Gramm pro Tag, sollten bei normaler Belastung aufgenommen werden. Auf das nachträgliche Salzen von Speisen sollten Erwachsene daher in der Regel dringend verzichten, denn laut Studien nehmen Frauen bis zu 3,5 Gramm, Männer sogar bis zu 4,5 Gramm Natrium pro Tag auf.

Wie viel Natrium benötigen Säuglinge, Kinder und Jugendliche?

Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – DGE – beziehen sich auf die Menge, die täglich mindestens aufgenommen werden sollte, um Mangelzustände zu verhindern.

Bis 4 Monate: 100 mg/Tag. Bis 12 Monate: 180 mg/Tag. Bis 4 Jahre: 300 mg/Tag. Bis 7 Jahre: 410 mg/Tag. Bis 10 Jahre: 460 mg/Tag. Bis 13 Jahre: 510 mg/Tag. Ab 15 Jahre: 550 mg/Tag.

Wie viel Natrium benötigen Sportler?

Durch das verstärkte Schwitzen aber auch mehr Muskelmasse und die größere Belastung, darf bei Sport, häufigen Saunagängen, anspruchsvoller körperlicher Arbeit und im Sommer ruhig etwas mehr Natrium aufgenommen werden. Sinnvoll ist es aber, diesen Bedarf durch isotonische Getränke und Fisch zu decken und regelmäßig den Natriumspiegel bestimmen zu lassen. Die Höchstgrenze von zwei Gramm ist schnell erreicht, auch bei einer Ernährung, die ihren Fokus nicht auf Natrium legt.

Wie viel Natrium sollte bei Hyperhidrose aufgenommen werden?

Ebenso wie bei Sport und anderen hohen, körperlichen Belastungen, ist der Bedarf bei Hyperhidrose sehr individuell. Manche schwitzen lediglich stark an den Händen oder den Füßen, punktuell am Rücken oder auf der Brust. Andere sind regelmäßig schweißgebadet. Eine gezielte, zusätzliche Aufnahme ist daher nicht immer nötig.

Aufschluss bringt wiederum nur die Kontrolle des Natrium-Spiegels, die bei einem vermutet erhöhten Bedarf oder Verdacht auf einen Mangel regelmäßig durchgeführt werden sollte. Auch die Dokumentation der eigenen Ernährung kann Aufschluss darüber geben, ob bereits ausreichend oder sogar zu viel Natrium aufgenommen wird.

Was bedeuten Deine Natriumwerte?

Liegen Deine Natriumwerte unter 136 mmol/Liter gilt das als medizinischer Mangel. Ab 146 mmol/Liter ist hingegen die Rede von einem erhöhten Natriumspiegel. Ob dies bereits krankhaft ist, kann allein durch eine einmalige Untersuchung der Blutwerte allerdings nicht eindeutig festgestellt werden.

Hier müssen auch andere Faktoren Beachtung finden. Lag aufgrund einer Magen-Darm-Grippe beispielsweise gerade ein großer Flüssigkeitsverlust vor, der noch nicht vollständig ausgeglichen wurde, führt dies zu einem temporären Defizit. Eine sehr natriumreiche Mahlzeit, beispielsweise Hering, Salzgebäck oder Salami, kann den Natriumspiegel hingegen in die Höhe treiben.

Ernährungsgewohnheiten aber auch Sport und körperliche Anstrengung, die Einnahme von Medikamenten oder Krankheiten, müssen also miteinbezogen werden. Zudem sollte der in einigen Fällen verlässlichere Sammelurintest über 24 Stunden hinweg durchgeführt werden, der zumindest die Ausscheidung auf diesem Weg kontrolliert und daher zusätzlich Aufschluss geben kann.

Quellen

  • K. D. Bock: Natrium und Hypertonie : das Symposion, das am 20./21. Juni 1980 stattfand, wurde von der Melusin Schwarz GmbH, Monheim, organisiert. Wolf, 1981, ISBN 3922979017<
  • M. Hřivnáč: Natrium, Kalium. In „Z. Anal. Chem.“, 176(1960), 6, Springer Science + Business Media, ISSN 0016-1152
  • A. Dahlmann: Natrium- und Wasserhaushalt. In „DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift“, 139(2014), 31/32, Thieme Publishing Group, ISSN 0012-0472
  • F. Aulinger: Kohlenstoff in Natrium. In „Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie“, 217(1966), 2, Springer Science + Business Media, ISSN 0016-1152
  • A. F. Holleman: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. de Gruyter, 2007, ISBN 9783110177701
  • H. Albertz: Automatische Natrium-Fluxometrie. In „Biophysik“, 4(1968), 3, ISSN 0301-634X
  • W. Sternik: Den Gesamtkohlenstoff in Natrium. In „Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie“, 230(1967)

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