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Mutter und Tochter betrachten sich im Motorrad-Rückspiegel

Ein Gentest oder DNA-Analyse ermöglicht den Zugang zu der einzigartigen genetischen Information, die in Deiner DNA gespeichert ist. Der Markt für Gentests ist in den letzten Jahren explodiert, mit vielen neuen Direct-to-Consumer Tests (DTC; Direkt zum Verbraucher/Tests für zuhause), die online verfügbar sind, ohne einen Arzt aufsuchen zu müssen. Wir haben mit dem myDNA Slim, unser DNA-Test zur Gewichtsabnahme, der Konkurrenz den Kampf angesagt und ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht. Es gibt jedoch viele verschiedene Arten von DTC-Tests. Wobei nicht immer klar ist, wie diese Tests funktionieren oder welcher der Richtige für Dich ist, um Deinen Bedürfnissen gerecht zu werden.  

Einige der beliebtesten DNA-Tests können Dir dabei helfen, Deine Herkunft bzw. Abstammung zu identifizieren. Sogenannte Herkunftsanalysen sind möglich, weil Du Deine Gene von Deinen Eltern erbst. Deine Eltern wiederum erben ihre Gene von ihren Eltern, und so weiter. Allerdings können Gentests viel mehr, als nur Auskunft über Deine Abstammung zu geben; sie können Dich zum Beispiel über Deine Gesundheit, Krankheitsrisiken und Lebensstilfaktoren informieren.  

Was sagen uns unsere Gene?

Die DNA ist die genetische Information, die in fast allen Lebensformen zu finden ist. DNA-Stränge bestehen aus vier Bausteinen, wobei die Abfolge dieser Bausteine alle Informationen enthält, die zum Aufbau unseres Körpers benötigt werden. Diese Bausteine werden auch als Nukleotide bezeichnet. Bei den Genen handelt es sich um bestimmte Abschnitte der DNA, die Anweisungen zur Herstellung verschiedenster Proteine enthalten, vergleichbar mit einem Bauplan. Ein Gen wird demnach als Bauplan für ein bestimmtes Protein genutzt. Diese Proteine sind die funktionellen Einheiten in unserem Körper, die bestimmte Aufgaben erfüllen. Zum Beispiel können einige Proteine Zucker in Energie zerlegen (Enzyme wie Lactase oder Galactosidase), andere Proteine bestimmen die Farbe Deiner Augen (Melanin). 

Die DNA kann sich selbst kopieren, was nützlich ist, um sicherzustellen, dass in jeder Zelle eine Kopie Deiner Gene vorliegt. Jeder erbt eine einzige Kopie jedes Gens von jedem seiner Eltern. Diese Gene sind bei etwa 99 Prozent aller Menschen gleich. Doch genau diese kleinen Unterschiede in unseren Genen machen uns einzigartig. Denn diese kleinen Unterschiede bzw. genetischen Variationen erzeugen Veränderungen in den Protein-Bauplänen, was zu unterschiedlichen Merkmalen in diesen Proteinen führt. So führt diese minimale genetische Variation zum Beispiel dazu, dass jeder Mensch eine individuelle Augenfarbe besitzt. 

Ein Single Nucleotide Polymorphism (SNP) an einem DNA-Strang. SNP-Modell von David Eccles (Gringer). Diese Datei ist unter der Creative Commons Attribution 4.0 International License lizenziert.

Die häufigste Form dieser genetischen Variation ist ein Einzelnukleotid-Polymorphismus. Häufiger ist jedoch die englische Bezeichnung als Single Nucleotide Polymorphism oder SNP (ausgesprochen: Snip). Ein SNP ist eine Veränderung an einer einzelnen Stelle in einem DNA-Strang, bei der einer der DNA-Bausteine (Nukleotide) gegen einen anderen ausgetauscht wird. Unser Genom enthält viele Millionen dieser SNPs. Demnach sind diese einzigartigen Variationen in unserer DNA nützliche Marker, um Antworten zu Deiner Gesundheit zu erhalten oder Deine Abstammung zu ergründen. [1]

DNA Analyse für zuhause

Der Markt für Gen Analysen für zuhause befindet sich in einem stetigen Wachstum. Dabei fallen die häufigsten Arten von DTC DNA-Tests in eine von zwei allgemeinen Kategorien:

  1. Herkunftsanalysen betrachten Deine genetische Übereinstimmung mit bestimmten ethnischen Bevölkerungsgruppen und können Dir so Auskunft über Deine Abstammung geben.
  2. Gesundheits- und Lifestyle-Analysen untersuchen einzigartige SNPs, um über eine Vielzahl an gesundheitsbezogenen und nicht-gesundheitsbezogenen Merkmalen zu informieren. Zu diesen Merkmalen gehören zum Beispiel Krankheitsrisiken, Stoffwechselprozesse, Fitnesstypen, Geschmacksvorlieben und vieles mehr.

DNA Herkunftsanalysen

DNA-basierte Herkunftsanalysen wurden entwickelt, um Deine genetische Ethnizität bzw. Deine Abstammung zu bestimmen. Diese Testergebnisse schätzen ab: 

  • wo in der Welt Deine Vorfahren herkamen
  • wie viel Prozent Deiner DNA aus welcher Region der Welt stammt
  • wer Deine nahen Verwandten sind, sofern diese ebenfalls einen DNA-Test gemacht haben

Bevölkerungsgruppen mit gemeinsamen Nachkommen weisen dabei ähnliche Muster genetischer Variationen auf. Somit ermöglicht die Identifizierung und Darstellung der gemeinsamen SNP-Varianten auf der ganzen Welt solche DNA-basierten Herkunftsanalysen. 

Die Aussagekraft von Herkunftsanalysen

Private Unternehmen, die genetische Herkunftsanalysen anbieten, messen viele verschiedene SNPs in individuellen Tests, wobei einige der bekanntesten Tests über 600.000-700.000 SNPs analysieren [2]. Diese Unternehmen verfügen über eine private Datenbank mit Kundendaten, die als Teil der Analyse benötigt wird. Dabei beinhaltet die Analyse einen Vergleich Deiner DNA mit der DNA anderer Kunden mit bekannter Herkunft in den Referenzdatensätzen des Unternehmens. Des Weiteren bestimmen automatisierte Algorithmen die Interpretation und Auswertung der Ergebnisse und schätzen ab, auf welchen Teilen der Erde heutzutage Populationen mit ähnlicher genetischer Herkunft zu finden sind.

Die Aussagekraft von Herkunftsanalysen hängt somit stark von der Qualität der Datensätze ab, die diese Unternehmen verwenden. Einige Ethnien sind in diesen Datensätzen möglicherweise nur sehr gering repräsentiert, während andere Gruppen, wie z.B. Menschen europäischer Abstammung, oft den größten Teil dieser Datensätze ausmachen und vielleicht überrepräsentiert sind. [3]

Da diese Datenbanken privat sind, können konkurrierende Unternehmen unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Wenn Du also mehrere Herkunftsanalysen bei verschiedenen Unternehmen durchführen solltest, könnten demnach unterschiedliche Ergebnisse dabei herauskommen. Die Unterschiede zwischen den Ergebnissen ergeben sich dabei aus den Referenzdatensätzen, der getesteten SNPs und dem automatisierten Algorithmus. Je mehr Menschen ihre DNA dem jeweiligen Unternehmen zur Analyse bereitgestellt haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Ergebnisse der Wirklichkeit entsprechen und die Aussagekraft erhöht wird. 

Darüber hinaus werden Dir SNP-basierte Herkunftsanalysen nicht sagen können, welche Teile Deiner Testergebnisse von welchem Elternteil widergespiegelt werden. Es kann abschließend auch nicht gesagt werden, wo Deine Vorfahren früher gelebt haben, nur wo derzeit Populationen mit ähnlicher Genetik leben. Herkunftsanalysen können sich jedoch als aufschlussreich und unterhaltsam erweisen und Dir möglicherweise helfen, neue Seiten an Dir selbst zu entdecken und Deinen Stammbaum weiter zu ergründen.

DNA Gesundheits- und Lifestyle-Analysen

DNA-Tests zur Herkunftsanalyse betrachten eine Vielzahl an SNPs, um die genetische Ähnlichkeit zwischen Dir und anderen Populationen zu bestimmen. Währenddessen untersuchen DNA-Tests im Zusammenhang mit Gesundheit und Lebensstil spezifische SNPs, bei denen die aktuelle Forschungslage und ein medizinisches Wissen mit berücksichtigt wird. In der aktuellen Forschung konnten die jeweiligen SNPs mit spezifischen Merkmalsausprägungen in Zusammenhang gebracht werden. Wie bereits beschrieben gibt es Millionen von SNPs in der menschlichen DNA, aber nur ein Bruchteil davon wird verwendet, um uns Auskunft über unsere Gesundheit zu geben oder über Lifestyle-Faktoren zu informieren.

Viele genetische Variationen haben wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Gesundheit und verursachen keine nachweisbare biologische Veränderung im Körper. Dennoch können einige SNPs in kritischen Bereichen von Genen auftreten, was die Funktionalität oder Effizienz eines Proteins beeinträchtigt, das nach Vorgabe des jeweiligen Gen gebildet wird. Diese SNP-Genvarianten können einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben und genetische Störungen verursachen, während andere Genvarianten bestimmte Merkmale beeinflussen können. Ein Beispiel für solche Merkmale ist unter anderem die Wahrnehmung des Essens, also wie man beispielsweise bestimmte Lebensmittel schmeckt. Andere relevante Genvariationen verursachen nicht immer direkte Veränderungen von Merkmalen, können aber dafür verwendet werden bestimmte Ausprägungen vorauszusagen.

DNA-Tests und vererbbare Krankheiten

Bestimmte Gesundheitszustände werden durch vererbbare Krankheiten bestimmt. Dazu zählen unter anderem die Sichelzellenanämie oder Mukoviszidose. Vererbte SNP-Varianten verursachen diese Krankheiten, wobei die aus diesen Genen produzierten Proteine nicht wie gewohnt funktionieren, was zu Beeinträchtigungen der Gesundheit führt. Wenn zwei Kopien dieser Genvarianten vererbt werden (eine von jedem Elternteil) kann dies zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen. Bei Personen, die nur eine einzige Kopie dieser Varianten haben, muss die Krankheit selbst nicht ausbrechen. Jedoch werden diese Personen selbst zu Trägern dieser Genvariante. Diese Arten von vererbbaren Krankheiten werden als rezessive genetische Störungen bezeichnet.

Meistens haben Träger keine Krankheitssymptome und die Gesundheit wird nicht beeinflusst. Allerdings können sie trotzdem eine Kopie der Genvariante an ihre Kinder weitergeben. Ob Du ein Träger für eine bestimmte Genvariante bist, ist für die Familienplanung relevant, insbesondere wenn Dein Partner auch ein Träger für diese Genvariante ist.

Rezessive genetische Störungen können an Deine Kinder weitergegeben werden, auch wenn Du selbst keine Krankheitssymptome aufweist. Autorisiert von Colin M.L. Burnett (Cburnett). Diese Datei ist unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License lizenziert.

Das Träger-Screening ist am besten für Menschen und Paare geeignet, die planen, Kinder zu bekommen. Ein Folgegespräch mit Beratungsstellen oder Ärzten, die sich mit dieser Thematik befassen, kann helfen, die Risiken der Weitergabe dieser Genvarianten zu beurteilen.

 

Gesundheitliche Veranlagung

Umwelt- und genetische Faktoren beeinflussen unsere Gesundheit. So tragen Umweltfaktoren wie schlechte Ernährung, wenig Bewegung und Rauchen bekanntlich zum Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Aber auch viele SNP-Genvarianten sind mit einem erhöhten Risiko für spezifische Erkrankungen verbunden. Allein aufgrund der genetischen Unterschiede können einige Menschen ein höheres Risiko für die Entwicklung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Brustkrebs haben als andere.

Mit den jüngsten Fortschritten in der genetischen Forschung wissen wir mehr darüber, wie einige dieser Gene zu unserer Veranlagung für bestimmte Krankheiten beitragen. So sind beispielsweise einige Varianten des Gens BRCA1 (BReast CAncer 1, Brustkrebsgen 1) stark mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Eierstockkrebs verbunden. BRCA1-Mutationen als Einzelfaktoren haben bereits einen signifikanten Einfluss auf das Krebsrisiko. [4] Das muss jedoch nicht heißen, dass jemand mit diesen BRCA1-Varianten in seinem Leben definitiv an Brustkrebs erkranken wird, lediglich das Brustkrebs-Risiko wird erhöht. Andere Faktoren, wie z.B. die Familiengeschichte, tragen zum Verständnis und zur Abschätzung des Gesamtrisikos bei. Während einige DTC-Tests das BRCA1-Mutationsscreening beinhalten, sollte niemand medizinische Entscheidungen allein auf der Grundlage eines DNA-Tests treffen. Krebs und viele andere Erkrankungen sind ein sehr sensibles und komplexes Thema und sollten immer mit einem Arzt, der sich auf diese Bereiche spezialisiert hat, besprochen werden.

Dabei ist die Veränderung im BRCA1-Gen nur ein Beispiel für die Erhöhung eines Krankheitsrisikos. Viele Genvarianten tragen zu komplexen Veränderungen im Körper bei. Wobei sich die Veränderung in einem dieser Gene natürlich auch auf unsere Gesundheit auswirken kann. Wie das erwähnte BRCA1-Gen beeinflussen einige Genvarianten so auch die Wahrscheinlichkeiten verschiedener Erkrankungen. 

Gen-Umwelt-Interaktionen

Einige Gene beeinflussen Wechselwirkungen mit unserer Umwelt, z.B. mit der Ernährung, Medikamenten, Schlaf oder anderen Gewohnheiten. Zum Beispiel sind einige Menschen empfindlicher gegenüber Speisesalz und haben nach dem Verzehr einer salzreichen Mahlzeit einen stärkeren Anstieg des Blutdrucks. Bluthochdruck ist mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes assoziiert, wobei salzsensitive Genvarianten das Risiko für diese Erkrankungen erhöhen können [5,6]. Andere Genvarianten können zu einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten führen. Zum Beispiel können einige Menschen sehr schnell Warfarin, ein Blutgerinnungsmittel zur Behandlung von Blutgerinnseln, verstoffwechseln und ausscheiden [7,8]. Einige Menschen reagieren sogar gar nicht auf dieses Medikament.

Menschen mit diesen Genvarianten haben aufgrund des Zusammenspiels zwischen Genen und der Umwelt eine veränderte körperliche Reaktion. Genetische Variationen vermitteln diese Unterschiede und können so einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und das Krankheitsmanagement haben. Somit stellt die Behandlung dieser Personen eine Herausforderung dar und ein personalisierter und individueller Ansatz ist notwendig, um die Gesundheit und das gesunde Altern zu fördern. 

Auch wenn SNP-Varianten Veränderungen des Krankheitsrisikos, der Langlebigkeit und des Stoffwechsels vorhersagen können, gibt es nicht immer Informationen zu Funktion und Mechanismus dieser Veränderungen, die unterstützen, wie sich diese Varianten auf die Gesundheit auswirken.

Es gibt viele Faktoren (genetische und umweltbedingte), die zum Gesamtrisiko von Krankheiten oder schlechter Gesundheit beitragen, aber diese Faktoren haben nicht unbedingt immer den gleichen Einfluss. Vor allem in neueren Studien wird untersucht, wie Gene die Wahrscheinlichkeit von Krankheitsverläufen beeinflussen oder Veränderungen in Stoffwechselprozessen hervorrufen. 

Schon gewusst? Einige Menschen hassen den Geschmack von Koriander, weil er für sie wie Seife schmeckt. Dabei stellte sich letztens heraus, dass der seifige Geschmack von Koriander eine genetische Komponente hat und mit SNP-Varianten in einem einzigen Gen verknüpft ist. [9]

Wie funktioniert ein DNA-Test für zuhause?

Während die verschiedenen DNA-Tests in der Art und Weise, wie sie Deine DNA-Daten interpretieren, sehr unterschiedlich sind, kann die Probenentnahme- und Sequenzierungstechnologie sehr ähnlich sein. Die Entnahme einer DNA-Probe ist sehr einfach. Typischerweise sammelst Du mittels Wangenabstrich oder einer Speichelprobe die Zellen in Deinem Mund und sendest das Sammelröhrchen an ein Labor, wie beispielsweise ein diagnostisches medizinisches Labor. 

Die Labore bestimmen, welche SNP-Varianten getestet werden, je nachdem, welches Test-Kit Du bestellt hast. Die Technologie zur Messung von Genvarianten ist sehr genau. Doch schon eine Fehlerquote von nur 0,1% bedeutet, dass 1 von 1000 Messungen falsch sein kann. [14]  Für Test-Kits wie den myDNA Slim von Lykon ist dieses Problem eher gering, da 16 spezifische SNPs gemessen werden. Dies wird allerdings zu einem bedeutenderen Problem bei Herkunftsanalysen, die bis zu 700.000 SNPs analysieren. [2]

Wie Deine Ergebnisse interpretiert werden, hängt auch davon ab, wie das Labor den Test entwickelt hat. Jedes Labor entwickelt seine eigenen Algorithmen zur Interpretation genetischer Daten. Dabei werden diese Algorithmen entsprechend des Testzwecks und der verfügbaren Wissenschaft entwickelt. Im Gegenzug erhältst Du Informationen über Abstammung, Krankheitsrisiko oder Ernährungs- und Lifestyleempfehlungen. 

Schon gewusst? Es hat 13 Jahre gedauert (von 1990 bis 2003), bis das gesamte menschliche Genom zum ersten Mal sequenziert wurde. Derselbe Prozess dauert jetzt weniger als einen Tag!

DNA und personalisierte Ernährung

Momentan steht die gegenwärtige Forschung, die die Wechselwirkungen zwischen bestimmten Genen mit unserer Umwelt beschreibt noch in den Grundzügen. Vor allem ist dabei noch weitestgehend unbekannt, durch welche komplexen Mechanismen sich unsere Gene und die Umwelt gegenseitig beeinflussen. Viele Studien haben dabei ihren Fokus auf die Interaktion zwischen Genetik und Ernährung gelegt. Des Weiteren haben die jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen dazu beigetragen das Feld der DNA-basierten personalisierten Ernährung oder Nutrigenetik voranzutreiben. 

Wie im BRCA1-Beispiel kann eine bestimmte Genvariante oder eine Kombination von verschiedenen Genvarianten nicht immer als endgültige Vorhersage für Deinen Gesundheitszustand verwendet werden. Denn gerade Körpergewicht, körperliche Leistungsfähigkeit und Krankheitsrisiken sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, also nicht nur von unserer DNA. 

Dennoch kann Dir das Wissen über die in Deinen Genen gespeicherten Informationen dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. So können Dir auf Deine DNA zugeschnittene Empfehlungen dabei helfen, Deine Ziele bei der Gewichtsabnahme, Fitness oder vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen effektiver zu erreichen. 

Stärken der DNA-Tests für die personalisierte Ernährung

Die wichtigsten Stärken, die ein solcher nutrigenetischer Ansatz für eine personalisierte Ernährung hat, sind die folgenden:

  1. Es besteht eine Variabilität zwischen verschiedenen Individuen in Bezug auf bestimmte Ernährungsfaktoren. Dabei ist unter anderem die Reaktion des Körpers auf die Makronährstoffaufnahme oder die Energiespeicherung gemeint. Unsere DNA moduliert dabei, wie wir auf die Ernährung reagieren [10,11]
  2. Personalisierte Empfehlungen haben einen größeren positiven Einfluss auf erzielte Resultate als allgemeine Empfehlungen [12]
  3. Individualisierte Ansätze fördern lang anhaltende sowie nachhaltige Verhaltensänderungen (z.B. eine langfristige Ernährungsumstellung) bestimmen den Erfolg [13]

Aufbauend auf diesen Stärken entwickelte Lykon den myDNA Slim, ein DNA-Test für zuhause, der auf Deine Gewichtsabnahme abzielt. Dieser Test konzentriert sich vor allem auf Gen-Ernährungsinteraktionen, die für die Gewichtsabnahme relevant sind. Dabei werden hier spezifische SNPs analysiert, die mit dem Stoffwechsel der Makronährstoffe, einflussreichen Ernährungsfaktoren wie dem Jojo-Effekt oder Hungergefühl und dem Sporttyp zusammenhängen. 

Diese SNPs werden genutzt, um beispielsweise Dein Risiko für Übergewicht oder Deine Fähigkeit, Kohlenhydrate effizient zu verstoffwechseln, zu beschreiben. In unserem Blog und auf unserer Science page kannst Du Dich ausführlich über alle Details rund um den myDNA Slim informieren.

Der myDNA Slim befasst sich ausführlich mit einer sorgfältig ausgewählten Gruppe an SNPs. Die getesteten SNPs bestimmen Deinen Makronährstofftyp, Deinen Sporttyp und geben Aufschluss über einflussreiche Ernährungsfaktoren, die Deinen Abnehmerfolg beeinflussen können. Bei der Analyse werden somit weder Informationen über Tausende von SNPs gesammelt, um Deine Herkunft zu bestimmen, noch wird Dein persönliches Risiko einer erblich-bedingten Erkrankung oder allgemeines Krankheitsrisikos abgeschätzt. Die Datenverarbeitung bei Lykon entspricht allen Anforderungen der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) und ist damit absolut sicher. 

Inwiefern unterscheidet sich ein DNA-Test von einem Bluttest?

Deine DNA definiert alle komplexen Eigenschaften Deines Körpers, aber viele weitere Faktoren beeinflussen diese Eigenschaften. Die Bewertung von Gesundheitsrisiken erfordert demnach mehr als nur Deine DNA. Du hast wahrscheinlich bei einem früheren Arztbesuch eine Blutprobe entnehmen lassen oder selbst einen der Bluttests von Lykon ausprobiert. Denn vor allem Blut-Biomarker sind ein wichtiger Bestandteil bei der Bewertung von Gesundheitsrisiken.

Aber auch Deine Gewohnheiten und andere Umweltfaktoren haben einen massiven Einfluss auf Deine Gesundheit, und kleine Veränderungen können bereits erhebliche Vorteile mit sich bringen. Diese Unterschiede machen sich zum Beispiel in der Art und Weise bemerkbar, dass Du dich allgemein besser fühlst oder dass es Dir leichter fällt mit bestimmten Veränderungen in deinem Ernährungs- oder Sportverhalten klarzukommen. Die Umsetzung und Einführung gesünderer Gewohnheiten kann auch Deine Blut-Biomarkerwerte verbessern. Diese Biomarker kannst Du mit einem Bluttest messen, um Veränderungen festzustellen. Dennoch kann die Änderung von Gewohnheiten nicht dazu beitragen, dass sich Deine DNA verändert oder verbessert. Die Gene, mit denen du geboren wurdest, sind die Gene, mit denen du leben musst. Allerdings kann Dir das Wissen um Deine Gene helfen, Maßnahmen zu ergreifen, um bestimmte Gesundheitsrisiken zu verhindern bzw. zu verzögern oder in den Griff zu bekommen.

Viele Gene tragen zum Beispiel zum Gesamtrisiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Jemand mit einer genetischen Veranlagung zu hohen Cholesterinwerten muss demnach härter arbeiten, um sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren als jemand, der keine Neigung zu hohen Cholesterinwerten hat. Um die Veränderungen der Cholesterinspiegel zu überprüfen, wird eine regelmäßige Blutuntersuchung benötigt. Währenddessen müsste ein DNA-Test, der Dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewertet, nicht wiederholt werden. Deine SNPs bleiben unverändert, auch wenn sich die Interpretation der Ergebnisse des DNA-Tests mit weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen verändern könnte.

Welche Tests Du durchführen solltest, hängt somit davon ab, welche Frage zu Deiner Gesundheit Du beantwortet haben möchtest. 

Zusammenfassung

Ein DNA-Test ist vielleicht nicht für jeden geeignet, und vielleicht ist der perfekte Test für Dich einfach noch nicht verfügbar. Einige DNA-Tests ermöglichen es Dir jedoch, in Bezug auf Deine Gesundheit aktiv zu werden. Diese Tests können Dir personalisierte Informationen über Deine Gesundheit geben, ohne dass Du einen Arzt aufsuchen musst. Da die Technologie für DNA-Tests immer effizienter wird, sind die Tests auch mittlerweile recht preiswert geworden und erfordern keine Blutabnahme mehr. 

Gerade in dem Bereich der personalisierten Ernährung wird in letzter Zeit intensiv Forschung betrieben, um den Zusammenhang zwischen Genen und der Ernährung aufzuklären. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der Art und Weise wie bestimmte Genvarianten unser Ernährungsverhalten beeinflussen und somit Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Wenn Du abnehmen möchtest oder neugierig geworden bist, was Deine Gene über Deinen Stoffwechsel sagen, schaue Dir doch mal unseren neuen myDNA Slim Test an und erfahre mehr über Deine DNA. 

Quellen

  1. Help Me Understand Genetics Genomic Research. Lister Hill National Center for Biomedical Communications, U.S. National Library of Medicine, National Institutes of Health, Department of Health & Human Services. Published on September 10, 2019. https://ghr.nlm.nih.gov/
  2. Autosomal DNA testing comparison chart. ISOGG Wiki. Retrieved on September 26, 2019. https://isogg.org/wiki/Autosomal_DNA_testing_comparison_chart
  3. The Missing Diversity in Human Genetic Studies. Cell. 2019 Mar 21;177(1):26-31. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30901543
  4. BRCA1. SNPedia. Retrieved on September 26, 2019. https://www.snpedia.com/index.php/BRCA1
  5. Molecular basis of salt sensitivity in human hypertension. Evaluation of renin-angiotensin-aldosterone system gene polymorphisms. Hypertension. 2001 Nov;38(5):1204-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11711524/
  6. Renin-angiotensin system genetic polymorphisms and salt sensitivity in essential hypertension. Hypertension. 2000 Jan;35(1 Pt 2):512-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10642351/
  7. Genotype-guided dosing of warfarin through modeling and simulation. Eur J Pharm Sci. 2017 Nov 15;109S:S9-S14. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28502675
  8. Ability of VKORC1 and CYP2C9 to predict therapeutic warfarin dose during the initial weeks of therapy. J Thromb Haemost. 2010 Jan;8(1):95-100. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19874474
  9. A genetic variant near olfactory receptor genes influences cilantro preference. Flavour 1 22 (2012). https://flavourjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/2044-7248-1-22
  10. Analysis of single nucleotide polymorphisms in selected nutrient-sensitive genes in weight-regain prevention: the DIOGENES study. Am J Clin Nutr. 2012 May;95(5):1254-60. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22492381
  11. A genetic risk tool for obesity predisposition assessment and personalized nutrition implementation based on macronutrient intake. Genes Nutr. 2015 Jan;10(1):445. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25430627/
  12. Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Interventions for the Treatment of Overweight and Obesity in Adults. J Acad Nutr Diet. 2016 Jan;116(1):129-47. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26718656
  13. Scientific evidence of diets for weight loss: Different macronutrient composition, intermittent fasting, and popular diets. Nutrition. 2019 Jul 4;69:110549. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31525701
  14. Systematic evaluation of error rates and causes in short samples in next-generation sequencing. Scientific Reports 2018 Jul;8:10950. https://www.nature.com/articles/s41598-018-29325-6

Weiterführende Literatur

Help Me Understand Genetics Direct-to-Consumer Testing. Lister Hill National Center for Biomedical Communications, U.S. National Library of Medicine, National Institutes of Health, Department of Health & Human Services. Published on September 10, 2019. https://ghr.nlm.nih.gov/ 

Personalised nutrition and health. BMJ. 2018; 361: bmj.k2173. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6081996/

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