Jod ist bekannt als das Spurenelement der Schilddrüse. Jeder Erwachsene trägt einen Vorrat von 5-10 mg Jod in sich, mit dem Schilddrüsenhormone produziert werden können. Doch der Vitalstoff ist auch für andere wichtige Vorgänge in Deinem Körper verantwortlich.

 

Jodhaltige Lebensmittel

Warum ist Jod wichtig?

Jod gehört zu den bekanntesten Mineralstoffen beziehungsweise Spurenelementen. Es ist vor allem für die Schilddrüse wichtig und an der Produktion der Schilddrüsenhormone entscheidend beteiligt. Diese haben wiederum eine Vielzahl von Funktionen und werden in zahlreichen Lebenslagen in großem Maße dringend für den gesunden Ablauf vieler Prozesse benötigt.

Hinzu kommt, dass Jod vom Körper selbst nicht hergestellt werden kann. Eine ausreichende und regelmäßige Versorgung über die Nahrung ist daher unerlässlich. Vor allem, da das Spurenelement auch täglich über Schweiß, Urin und Stuhl ausgeschieden wird.

Dein Tagesbedarf an Jod

Dein Bedarf an Jod richtet sich nach deinem GeschlechtAlter und Deiner Lebenssituation.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, abgekürzt auch als DGE bezeichnet, liegt der Bedarf an dem Spurenelement für:

  • Männer und Jungs ab dem 13. Lebensjahr bei 200 µg pro Tag
  • Frauen und Mädchen ab dem 13. Lebensjahr bei 200 µg pro Tag
  • Säuglinge bis vier Monate bei 40 µg pro Tag, bis 12 Monate 80 µg pro Tag
  • Kinder bis vier Jahre bei 100 µg pro Tag, bis sieben Jahre bei 120 µg, bis zehn Jahre bei 140 µg pro Tag und bis 13 Jahre 180 µg täglich
  • Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr 200 µg pro Tag
  • Menschen ab dem 51. Lebensjahr und Senioren bei 180 µg täglich
  • Schwangere bei 230 µg täglich
  • Stillende sogar bei 260 µg pro Tag

Jodhaltige Lebensmittel

Meersalz

Enthält 2000 µg Jod /100 g

Dieses, natürlich gewonnene Salz enthält zahlreiche Vitalstoffe – darunter auch eine beachtliche Menge Jod.

 

 

 

 

 

Spirulina

Enthält 461 µg Jod /100 g

Sirulina zählen zu den Cyanobakterien und wurden früher als Blaualgen bezeichnet. Sie sind äußerst Nährstoffreich und liefern auch eine beachtliche Menge an Jod.

 

 

Kabeljau

Enthält 288,6 µg Jod /100 g

Kabeljau kann Deine Jodversorgung unterstützen. Der noch nicht geschlechtsreife Fisch wird übrigens Dorsch genannt.

 

 

 

 

 

 

Schellfisch

Enthält 244,7 µg Jod /100 g

Schellfisch lieben Muscheln, auf englisch „shell“ – daher kommt auch ihr Name. Sie können Dir wertvolles Jod liefern.

 

 

 

 

Garnelen

Enthalten 163,4 µg Jod /100 g

Die Meeresfrüchte liefern eine nennenswerte Menge an dem Spurenelement Jod.

 

 

 

 

Miesmuscheln

Enthalten 158,2 µg Jod /100 g

Miesmuscheln können einen relevanten Beitrag zu Deiner Jocversorgung leisten. Der Mythos, Muscheln dürfen nur in Monaten mit „r“ gegessen werden, ist aufgrund der geschlossenen Kühlkette heutzutage unbegründet.

 

 

Hummer

Enthält 120,5 µg Jod /100 g

Der, auf englisch als Lobster bezeichnete Meeresbewohner kann zu Deiner Jodversorgung beitragen.

 

 

 

Mozzarella

Enthält 150 µg Jod /100 g

Der rindenlose Käse punktet mit einem nennenswerten Gehalt an Jod. Er zählt zu den Pasta-Filata-Käsen und seine Reifezeit beträgt nur ein bis drei Tage.

 

 

Feldsalat

Enthält 35 µg Jod /100 g

Dieser Salat hat viele Namen – Rapunzel, Vogerlsalat, Ackersalat oder Mausohrsalatsind nur ein paar der Bezeichnungen. Egal, wie er benannt wird, kann er einen Beitrag zu Deiner täglichen Jodzufuhr leisten.

 

 

 

Champignons

Enthalten 29 µg Jod /100 g

Der sehr beliebte Speisepilz enthält Jod und kann somit zu Diener Versorgung mit dem Spurenelement beitragen.

 

 

 

 

Jodhaltige Lebensmittel: Reichen Sie heute noch aus?

Der Jodgehalt eines pflanzlichen Nahrungsmittels hängt vom Jodgehalt des Bodens ab, auf dem es angebaut wurde. Bei tierischen Produkten von dem Futter und Wasser, mit dem die Tiere versorgt wurden. Das heißt, wiederum von dem Jodgehalt des Bodens. Ist dieser jodarm, sind es auch die darauf angebauten Lebensmittel.

Hier gibt es eindeutige regionale Unterschiede, wobei Deutschland und Südeuropa als jodarme Gebiete gelten. Daher wird beispielsweise dem Speisesalz aber auch anderen Nahrungsmitteln Jod zugesetzt. Zudem haben einige Lebensmittel, wie Fisch, Meeresfrüchte und Algen, von Natur aus einen hohen Jodgehalt. Trotz jodarmer Böden in Deutschland und anderer Regionen ist es also hierdurch mit tierischen und pflanzlichen Produkten problemlos möglich, Deinen Jodbedarf allein mit Lebensmitteln zu decken. Allerdings solltest Du dafür auf Deinen Bedarf achten und die entsprechenden Jodgehalte der Nahrungsmittel zumindest grob kennen.

Wobei helfen jodhaltige Lebensmittel?

Jod ist entscheidend für die Bildung der Schilddrüsenhormone – diese sind wiederum wichtig für zahlreiche Prozesse im menschlichen Körper. Thermogenese, Einfluss auf den Grundumsatz, Wachstum, RNA- und Proteinsynthese, Organentwicklung, Knochenbildung, Protein-, Kohlenhydrat- und Lipidstoffwechsel – an all diesen Prozessen ist Jod beteiligt. Dementsprechend haben die jodhaltigen Lebensmittel viele Funktionen.

1. Das Spurenelement unterstützt den Muskelaufbau

Jod ist entscheidend für den Hormonhaushalt und bestimmt daher auch die Bereitstellung von Energie sowie das Wachstum im Allgemeinen mit. Eine ausreichende Versorgung kommt daher auch dem Aufbau von Muskulatur zu Gute.

Dabei musst Du aber auch beachten, dass Du bei viel Bewegung und sportlichen Anstrengungen durch Schwitzen und Trinken einen erhöhten Verbrauch hast. Wer viel schwitzt, der trinkt auch viel und spült Jod daher regelrecht aus dem Körper. Als Sportler solltest Du also sehr genau auf die Jodversorgung und Deinen Jodspiegel achten.

2. Der Mineralstoff reguliert den Stoffwechsel

Jod ist nur indirekt an der Regulation des Stoffwechsels beteiligt. Hormone, in die Jod eingebaut wird, sind für die Regulation dirket verantwortlich. Ist ausreichend Jod vorhanden, kann der Stoffwechsel reguliert ablaufen. Bei zu viel oder zu wenig kommt es hingegen zu Störungen in diesem Bereich.

3. Nerven bleiben gesund und funktional

Jod ist ein wichtiger Baustein für bestimmte Hormone. Darunter Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4 – auch Thyroxin genannt). Diese steuern unter anderem die Funktionen der Nerven. Eine ausreichende Versorgung mit jodhaltigen Lebensmitteln ist also unerlässlich für die nervliche Gesundheit.

4. Du kannst Deine Stimmung besser regulieren und kontrollieren

Bei Schilddrüsenproblemen schwankt die Stimmung oft stark. Der Wechsel von allumfassender Freude zu cholerischen Ausbrüchen kann beispielsweise in wenigen Augenblicken vollzogen werden.

5. Der Stoffwechsel wird reguliert

Gleiche Bewegung, gleicher Speiseplan und trotzdem purzeln die Pfunde plötzlich ungewollt oder es werden unerklärlicherweise immer mehr. Dahinter können Störungen des Stoffwechsels stecken, der auf die Jodversorgung angewiesen ist.

Was passiert, wenn Du zu wenig jodhaltige Lebensmittel isst?

Es kommt zu einem Jodmangel, der sich durch die folgenden Symptome äußern kann:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Kropf
  • gestörtes Wachstum und gestörte Entwicklung
  • verminderte Fruchtbarkeit

Sogar eine Schilddrüsenüberfunktion kann bei einem Jodmangel entstehen. Besteht der Mangel während der Schwangerschaft sind neben Wachstumsdefiziten eine ganze Reihe von Missbildungen und schweren Erkrankungen beim Kind möglich. Es ist also sehr wichtig, auf eine ausreichende Versorgung zu achten. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du ausreichend versorgt bist, kann Dir ein Bluttest weiterhelfen.

Jodpräparate als Alternative?

Ist der Jodbedarf erhöht, beispielsweise in der Schwangerschaft und Stillzeit oder ist der Jodspiegel konstant niedrig, können Jodpräparate eine sinnvolle Alternative zu Lebensmitteln sein. Aber Vorsicht: nimm diese Supplemente nicht lediglich aus einem Verdacht heraus. Du solltest Deinen Jodspiegel zuerst kennen – einen Jodmangel also eindeutig festgestellt haben. Erst dann ist es sinnvoll und sicher, einen Teil des Bedarfs über Ergänzungspräparate zu decken. Optimal ist jedoch immer noch die umfassende Versorgung über jodhaltige Lebensmittel.

Welche Präparate gibt es?

Jodpräparate sind in aller Regel in Tablettenform erhältlich.

Worauf solltest Du bei Jodpräparaten achten?

Wie bereits erwähnt, solltest Du darauf achten, dass die Einnahme überhaupt nötig ist. Zudem sollte die Dosis an Deinen Bedarf und Deinen Jodspiegel angepasst sein. Diesen solltest Du durch einen Bluttest regelmäßig überprüfen, um eine Überdosierung zu verhindern.

Was passiert bei einer Jodüberversorgung?

Eine Jodüberversorgung ist ausgesprochen selten und kann durch Lebensmittel allein kaum entstehen. Allerdings kann die unnötige oder falsch dosierte Einnahme von entsprechenden Präparaten zu einer Überversorgung führen.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Brennendes Gefühl im Bereich von Rachen und Mund
  • Verdauungsstörungen wie Krämpfe, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Bindehautentzündung
  • Jod-Akne

Wie sollten jodhaltige Lebensmittel aufgenommen werden?

Sie sollten in ausreichendem Maße und ausgewogenem Verhältnis verzehrt werden. Aufgrund der Verwendung von Jod zusammen mit Eiweiß im Körper, ist eine Kombination mit proteinreicher Kost für die Aufnahme und Verwertung des Spurenelemts empfehlenswert. In Deutschland wird, in der Regel, jodhaltiges Speisesalz verkauft und auch in der Lebensmittelproduktion wird dieses oft direkt eingearbeitet, wodurch einem Mangel entgegengewirkt wird.

Mehr Infos zu Jod

Quellen

  • F. Aulinger: Jod. In „Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie“, 216(1966), 4, ISSN 0016-1152
  • R. Hönigschmid-Grossisch: Jod in Milch. In „Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie“, 195(1963), 4, ISSN 0016-1152
  • Z. Szabä: Sauerstoffbestimmung ohne Jod. In „Die Naturwissenschaften“, 32(1944), 1-4, Springer Science + Business Media, ISSN 0028-1042
  • Hans Starcke: Das Jod in der Tuberkulosebehandlung. In „Beiträge zur Klinik der Tuberkulose und spezifischen Tuberkulose-Forschung“, 88(1936), 7, Springer Science + Business Media, ISSN 0341-2040
  • M. v. Wrangell: Das Jod als Pflanzennährstoff. In „Naturwissenschaften“, 15(1927), 3, Springer Science + Business Media, ISSN 0028-1042
  • Vergiftung durch Jod. In „Arch. Pharm. Pharm. Med. Chem., 221(1883), 9, Wiley-Blackwell, ISSN 0365-6233
  • Bestimmung von Jod. In „Arch. Pharm. Pharm. Med. Chem., 219(1881), 5, Wiley-Blackwell, ISSN 0365-6233

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