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Arme einer Person, die eine Uhr trägt und einen Kaffee trinkt, was symbolisch für fasten stehen soll.

Beim Fasten denken die meisten Leute an die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, die sogenannte Fastenzeit. Doch es gibt auch weitere Arten des Fastens, die viele Vorteile für Deine Gesundheit bieten. In diesem Artikel erklären wir Dir, welche Arten des Fastens es überhaupt gibt, wie sie funktionieren und 7 Gründe, sie einmal auszuprobieren.

Der Klassiker: Heilfasten nach Buchinger

Heilfasten wurde vom Internisten Otto Buchinger vor ca. 100 Jahren als stationäres Konzept ins Leben gerufen. Bei dieser Art des Fastens geht es jedoch weniger um Gewichtsreduktion, sondern mehr darum, den Körper von innen zu reinigen und so Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Häufig wird diese Art des Fastens in Kliniken unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Sollte man sie jedoch Zuhause ausprobieren wollen, empfiehlt es sich, vorher einen Arzt zu konsultieren und sich ein paar Tage Urlaub zu nehmen. 

Wie Heilfasten nach Buchinger funktioniert:

Bei dieser Art des Fastens wird die Energiezufuhr auf maximal 250-500 kcal/d beschränkt und darf ausschließlich in Form von:

  • Gemüsebrühe (0,25l)
  • Honig (30g)
  • Frische Obst- oder Gemüsesäfte (0,25l)
  • Mindestens 2,5l Wasser oder Kräutertee

zu sich genommen werden. Die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) empfiehlt für eine Heilfastenkur eine Dauer von 7 – 10 Tage plus ein Vorbereitungstag und danach drei Tage zur Normalisierung des Essverhaltens. An dem Vorbereitungstag empfiehlt es sich, die Kalorienzufuhr auf 1000 kcal/d runterzufahren, damit der Körper sich langsam vorbereiten kann. Außerdem sollte man am Abend vor oder an dem Morgen des ersten Tages eine Darmreinigung durchführen. Während der Fastenkur nach Buchinger sollte man trotzdem moderates Training, wie Yoga oder Nordic Walking integrieren, um körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. 

Darmreinigung:

Für die Darmreinigung nach Buchinger empfiehlt es sich, 40 g Glaubersalz in ¾ Liter warmem Wasser  innerhalb von 15 Minuten zu trinken. Dann beginnt die ca. 2-3 stündige, durchfallartige Darmentleerung. Es gibt natürlich auch andere natürliche Abführmittel, wie Heilerde oder Flohsamenschalen, die einen sanfteren Effekt haben und über einen längeren Zeitraum angewendet werden können. Aber Achtung: Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder Herz-Kreislauferkrankungen sollten keine Darmreinigung machen, ohne vorher einen Arzt konsultiert zu haben.  

3 Gründe für Heilfasten:

Reduziert krankheitsbedingte Beschwerden

Beschwerden, verursacht durch Bluthochdruck, Arthritis oder Diabetes Typ 2 konnten bei 84% der 1422 Teilnehmer einer aktuellen Studie über Heilfasten, verbessert werden. Interessant ist auch, dass bei dieser Studie 93% der Teilnehmer kein stärkeres Hungergefühl als gewöhnlich verspürten und insgesamt wenig Nebenwirkungen des Fastens beobachtet wurden.

Verbessert die Stimmung

Eine Studie über chronische Schmerzpatienten ergab, dass Heilfasten die Konzentration von Serotonin, endogenen Opioiden und Endocannabinoiden im Gehirn erhöht, was zu einer verbesserten Stimmungslage führen kann. Außerdem ergab die Studie, dass Heilfasten nicht nur stimmungsaufhellende, sondern auch schmerzlindernde Wirkungen haben kann.

Führt zu einem “High”

Längere Fastenperioden lassen den Kopf ‘klar’ werden, dies kommt durch den Verzicht von Alkohol und Kaffee. Auch wenn zunächst mit einem Tief, in Form von Entzugserscheinungen, wie Kopfschmerzen zu rechnen ist, kommt nach 3-4 Tagen das sogenannte ‘Fasten-High’.

Die Teilzeit-Methode: Intervallfasten

Das Konzept des Intervallfastens basiert auf der Theorie, dass unser Körper nicht für die ständige Nahrungsaufnahme gemacht ist. Denn unsere Vorfahren hatten keinen unbegrenzten Zugang zu Lebensmitteln und mussten ihr Essen erst erjagen. Daher haben sie, wenn auch notgedrungen, manchmal tagelang gefastet.

Wie Intermittierendes Fasten funktioniert:

Die beliebteste Art des Intermittierenden Fastens (oder auch Intervallfasten) ist die 16:8 Variante. Dabei wird 16 Stunden lang auf Essen verzichtet und ausschließlich Wasser, Tee oder schwarzer Kaffee konsumiert. In den 8 Stunden, in denen gegessen werden darf, empfiehlt es sich, ein spätes Frühstück und ein frühes Abendessen zu sich zu nehmen. Durch das zeitige Abendessen leeren sich die Glykogenspeicher früher, wodurch in der Nacht mehr Fett verbrannt werden kann. Andere Intervallfasten-Methoden sind die 5:2 oder die 10:2 Variante.

Bei der 5:2 Methode wird an 2 Tagen die Woche die Kalorienaufnahme auf 500 kcal/d beschränkt, während an den anderen 5 Tagen ganz normal gegessen werden darf. Bei der 10:2 Variante wird jeden zweiten Tag gefastet, das heißt Du solltest für 24 Stunden möglichst keine Kalorien zu Dir nehmen. Wir empfehlen für Beginner die 16:8 Variante, da diese recht leicht durchzuhalten ist und Du nicht mehrere Tage pro Woche hungrig ins Bett gehen musst.

Warum wird mehr Fett verbrannt?

Während der Nahrungsaufnahme schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das sorgt dafür, dass Zucker und Kohlenhydrate in Glykogen umgewandelt und somit im Körper gelagert werden können. Erst wenn die Glykogenspeicher aufgebraucht sind, wird Fett verbrannt. Wer also längere Pausen zwischen den Mahlzeiten lässt, kann mehr Fett verbrennen.

4 Gründe für Intervallfasten:

Gut für das Herz

Intermittierendes Fasten kann Risikofaktoren wie einen schlechten Cholesterin- und Triglyceridspiegel oder Bluthochdruck reduzieren und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mindern.

Lässt Pfunde schnell schmelzen

Wir alle wissen: Wenn man abnehmen will, muss man unter einem täglichen Energiebedarf essen. Jedoch zeigt eine Studie, dass Intervallfasten die Fettverbrennung fördert und dabei hilft, Gewicht und Bauchfett zu verlieren, ganz ohne reduzierte Energiezufuhr.

Reduziert das Risiko von Diabetes Typ 2

In Studien über Intermittierendes Fasten konnte der Nüchternblutzuckerspiegel der Probanden um 3-6% und der Nüchterninsulinspiegel um 20-31% gesenkt werden. Somit kann ein niedriger Blutzuckerwert, der beim Intervallfasten häufig der Fall ist, langfristig das Risiko von Diabetes Typ 2 senken.

Verbessert die Schlafqualität

Kurz vor dem Schlafengehen soll man nichts essen, wer kennt diese Weisheit nicht? Aber an ihr ist auch viel Wahres dran. Denn laut Experten kann ein voller Magen sich negativ auf die Tiefschlafphasen auswirken. Das Fasten kann dabei helfen, eine längere Verdauungsphase zwischen dem Abendessen und dem Schlaf zu erreichen und somit Tiefschlafphasen zu verbessern.

Quellen:

 

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