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Ein grauer Hintergrund mit einem Maßband im Focus

Die Waage zeigt zu viele Pfunde an und die Lieblingsjeans passt auch nicht mehr so richtig. Kommt Dir bekannt vor? Da bist Du nicht alleine. Denn mittlerweile ist Übergewicht zu einem globalen Gesundheitsproblem geworden. Die weltweiten Zahlen sind erschreckend, wobei sich laut WHO (World Health Organization/Weltgesundheitsorganisation) die Anzahl der Menschen mit Übergewicht seit 1975 verdreifacht hat. Auch in Deutschland nimmt dieser Trend weiterhin zu. Hier zu Lande sind 59% der Männer und 37% der Frauen übergewichtig (DGE-Presse, 2017).

Wir leben in einer Zeit, in der die Mehrheit der Weltbevölkerung in Ländern lebt, in denen Übergewicht und Adipositas mehr Menschen tötet als Untergewicht. Dabei ist Übergewicht in den meisten Fällen vermeidbar. Doch wie wird Übergewicht definiert? Was sind einflussnehmende Faktoren? Und welche Risiken birgt ein erhöhtes Körpergewicht?

Wie setzt sich unser Körpergewicht zusammen?

Der Körper besteht zu einem gewissen Anteil aus Fettmasse (ungefähr 10-40%) und fettfreier Körpermasse (ungefähr 60-90%).

Zu der fettfreien Körpermasse zählen somit hauptsächlich Muskelmasse und Knochen (Wasser-, Protein- und Mineralstoffanteil). Des Weiteren kann die Fettmasse in „essentielles Fett“ und „Speicherfett“ unterteilt werden. Dabei wird das Fettgewebe, was vom Körper benötigt wird und lebensnotwendig ist, als essentiell bezeichnet. Dieses essentielle Fett hat wichtige Funktionen in Bezug auf unseren Hormonhaushalt, Vitamin-Stoffwechsel und die Regulierung der Körpertemperatur. Bei Frauen wird vor allem auch das Reproduktionssystem und die Fruchtbarkeit beeinflusst, weshalb hier der essentielle Körperfettanteil allgemein höher liegt als bei Männern. Das zusätzliche Fett wird als Speicherfett bezeichnet und befindet sich unter anderem unter der Haut oder um unsere Organe. Es wird gebildet, indem zunächst überschüssige Nahrungsenergie in Form von Fett gespeichert wird. Auch dieses Fett hat zunächst eine physiologische Funktion, da es Energiereserven für Hungerperioden bereitstellt. Übermäßige Ablagerungen dieses Fetttyps können allerdings unsere Gesundheit negativ beeinflussen.

Je nach Körpergewicht kann somit die Rede von Unter-, Normal- oder Übergewicht sein.

Wie wird Übergewicht definiert?

Vorweg sollte vielleicht erstmal geklärt werden, was überhaupt als Übergewicht oder Adipositas definiert wird. Allgemein ist hier von einer abnormalen oder übermäßigen Fettablagerung die Rede, die möglicherweise die Gesundheit beeinflussen könnte. Ziemlich ungenau oder? Doch es gibt spezielle Parameter, die bestimmt werden können, um eine genauere Aussage zu treffen.

Häufig wird hierbei der Body-Mass-Index (BMI) verwendet. Weitere Möglichkeiten stellen den Taillenumfang, das Taillen-Hüft-Verhältnis oder der Körperfettanteil dar. Wobei Letzteres über die Hautfaltendicke mittels Kaliperzange oder auch über eine Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) bestimmt werden kann.

Der Körperfettanteil kann dabei in folgende Kategorien eingeteilt werden:

Sowohl der BMI, als auch der Taillenumfang und das Taillen-Hüft-Verhältnis können ganz einfach zuhause bestimmt werden. Deshalb eignen sich diese Methoden besonders gut, um eine erste Einschätzung über den eigenen Zustand zu erhalten. Eine professionelle Analyse sollte allerdings mithilfe eines Arztes durchgeführt werden. Vor allem wenn bereits Beschwerden vorliegen, die mit einem erhöhten Gewicht verbunden sind. In diesem Fall kann Dein Arzt Dir dabei helfen, Maßnahmen zu ergreifen und das weitere Vorgehen mit Dir besprechen.

BMI

Die am häufigsten verwendete Maßzahl für den Gewichtsstatus ist der Body-Mass-Index. Dabei wird das eigene Gewicht in Kilogramm (kg) durch das Quadrat der Körpergröße in Meter (m²) geteilt. Somit ist die Einheit, die sich dabei ergibt kg/m². Der BMI ist für jedes Geschlecht und für alle Altersklassen ab dem 19. Lebensjahr (gewisse Abweichungen für Kinder und Jugendliche) anwendbar und somit auf Bevölkerungsebene eine der nützlichsten Maßzahlen zur Bestimmung von Übergewicht und Adipositas. Allerdings gibt es einige Limitierungen. Zum Einen kann der BMI nur als ungefähre Einschätzung des Gewichtsstatus genutzt werden, da das gesamte Körpergewicht einbezogen wird, ohne zwischen Muskel- und Fettmasse zu unterscheiden. Somit sagt dieser Wert nichts über die Statur aus, also auch nicht, wo sich das Fett im Körper befindet. Da für das allgemeine Gesundheitsrisiko unter anderem entscheidend ist, wo sich das Fett genau befindet, kann diese Maßzahl demnach nur als Richtwert gesehen werden.

Je nach BMI werden verschiedene Kategorien oder Klassen eingeteilt. Anhand dieser Kategorien kann eine erste Aussage getroffen werden. Dabei unterscheidet man die Kategorien Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas. Diese Kategorien sind wie folgt definiert:

Zu viel, zu wenig oder doch genau richtig? Du willst wissen, in welcher Kategorie Du Dich befindest? Dann überprüfe Deinen BMI HIER.

Taillen-Hüft-Verhältnis

Eine weitere Methode zur Bestimmung des Gewichtsstatus ist die Messung des Taillenumfangs oder des Taillen-Hüft-Verhältnisses. Dieser Wert ist ein besonders hilfreicher Indikator für die Fettablagerung in Deiner Bauchregion. Da es verschiedene Arten von Fett gibt und diese unterschiedlich eingeteilt werden, kann diese Bestimmung dabei helfen, eine genauere Aussage zu möglichen Risiken zu treffen. Denn zwischen viszeralem Fett (Bauchfett) und dem subkutanen Fett (Unterhautfett) besteht ein gewisses Paradoxon. Hierbei umgibt das viszerale Fettgewebe die inneren Organe in der Bauchhöhle und ist mit bestimmten Übergewicht-assoziierten Komplikationen und Begleiterscheinungen wie Typ 2 Diabetes verbunden. Dieses Risiko wird auch unabhängig vom Alter, Geschlecht und dem Anteil an subkutanen Fettgewebe beobachtet. Hierbei produzieren bestimmte Zellen dieses Bauchfetts entzündungsfördernde Signalstoffe. Wobei diese Signalstoffe zu Komplikationen wie Insulinresistenz oder zu Funktionsstörungen der Blutgefäße (endotheliale Dysfunktion) und Atherosklerose führen können.

Somit ist beim Bauchfett und demnach beim Taillenumfang besondere Vorsicht geboten. Dabei sollte Dein Taillenumfang auf Höhe des Bauchnabels gemessen werden und nicht an der schmalsten Stelle unter den Rippen. Deinen Hüftumfang misst Du am besten auf Höhe Deiner Hüftknochen. Anschließend kann hier das Verhältnis aus beiden Werten gebildet werden. Allgemein gelten folgende Einteilungen für das Taillen-Hüft-Verhältnis:

 

  • Normalgewicht: < 0,8 (Frauen) und < 0,9 (Männer)
  • Übergewicht: 0,8 – 0,84 (Frauen) und 0,9 – 0,99 (Männer)
  • Adipositas: > 0,84 (Frauen) und > 0,99 (Männer)

 

Allgemein kann man demnach sagen, dass der androide Typ („Apfeltyp“) ein höheres Gesundheitsrisiko birgt als der gynoide Typ („Birnentyp“).

Welche Faktoren beeinflussen das Körpergewicht?

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen unser Körpergewicht. Dabei kann es teilweise schwierig sein den Überblick zu behalten. Sowohl die homöostatische Kontrolle über Hormone, unsere Gene oder Erkrankungen, als auch umweltbedingte Faktoren, Lifestyle und Gewohnheiten beeinflussen unser Körpergewicht. Vor allem die umweltbedingten Faktoren wie Ernährung und körperliche Aktivität, aber auch unser heutiger Lifestyle und Gewohnheiten tragen maßgeblich zur Entwicklung der Übergewichts-Epidemie bei.

Selten wird Übergewicht nur durch einen einzigen Einflussfaktor hervorgerufen. Die Ursachen sind demnach multifaktoriell. Einige können weniger gut kontrolliert werden (Gene, Hormone, Erkrankungen), andere bieten viele Handlungsoptionen.

Homöostatische Kontrolle

Die Erhaltung bzw. Balance des Körpergewichts wird hauptsächlich über drei Hormone reguliert. Diese Hormone übermitteln verschiedene Signale an unser Gehirn. Dabei vor allem an den Hypothalamus, der über bestimmte Neuronen die Signale verarbeitet und weitergibt. Dieses neuronale-hormonelle System ist sehr komplex und trägt wesentlich zur Kontrolle der Energiehomöostase und des Körpergewichts bei.

Bei diesen drei Hormonen handelt es sich um Leptin, Ghrelin und Dopamin. Wobei Leptin von den Fettzellen produziert wird und Sättigungssignale vermittelt. Dazu zählen die Verminderung des Appetits, Steigerung des Sättigungsgefühls und eine reduzierte Kalorienaufnahme. Aber auch der Energiestoffwechsel wird reguliert, indem der Energieverbrauch des Körpers gesteigert wird. Das Hormon Ghrelin ist auch als Hungerhormon bekannt und gilt demnach als Gegenspieler von Leptin. Dabei vermittelt es appetitfördernde Signale und wird von der Magenschleimhaut und Bauchspeicheldrüse gebildet.

Ein weiteres wichtiges Hormon zur Kontrolle des Körpergewichts ist der Neurotransmitter Dopamin. Allgemein wird Dopamin auch als „Glückshormon“ bezeichnet, da es eine positive Wirkung auf unsere Stimmung hat und zur Antriebssteigerung und vermehrter Motivation führt. Als wesentlicher Bestandteil des „Belohnungssystems“ wirkt sich Dopamin allerdings auch langfristig auf unsere Nahrungsaufnahme aus. Es konnte dabei zum Beispiel gezeigt werden, dass Dopamin nach dem Verzehr von zuckerreicher und fettiger Nahrung vermehrt produziert wird. Dieser Prozess geht somit mit einem vermehrten Belohnungsempfinden und dem Verzehr von energiereicher Nahrung einher.

Ungleichgewicht der hormonellen Kontrolle

Normalerweise befindet sich dieses System im Gleichgewicht. Bestimmte Faktoren und Gegebenheiten können dennoch dazu führen, dass diese Regulation gestört wird. Somit kann beispielsweise das körperliche Belohnungssystem die homöostatische Kontrolle zeitweise außer Kraft setzen, wodurch vermehrt kalorienreiche Lebensmittel (z.B. Süßigkeiten, Backwaren, Fast Food) verzehrt werden. Weiterhin kann auch die Wirkungsweise der einzelnen Hormone abgeschwächt sein. Diese Störungen führen demnach unter anderem zu einem gesteigerten Hungergefühl oder einem verminderten Sättigungsgefühl.

Ein Beispiel für die Störung dieses Systems wird durch die gesättigte Fettsäure Palmitat hervorgerufen. Dabei konnte mehrfach gezeigt werden, dass Palmitat entzündliche Prozesse im Hypothalamus fördert und somit zu Störungen der Reaktionsfähigkeit auf Leptin führt. Eine sogenannte Leptin-Resistenz kann darüber hinaus auch zu einer gesteigerten Nahrungsaufnahme führen. Palmitat ist die am häufigsten vorkommende gesättigte Fettsäure in sowohl pflanzlichen als auch tierischen Fetten und nimmt demnach einen großen Anteil der Nahrungsfette ein.

Diese Leptin-Resistenz und das Ungleichgewicht der homöostatischen Kontrolle ist unter anderem auch dafür verantwortlich, dass Leptin seine Wirkung bei übergewichtigen Menschen nicht richtig entfalten kann. Denn prinzipiell wird auch mehr Leptin produziert, je mehr Fettgewebe der Mensch besitzt. Auf diesem Gebiet ist dennoch noch viel zu erforschen, um eine abschließende Aussage zum Mechanismus treffen zu können.

Genetik

Ein weiterer Einflussfaktor unseres Körpergewichts liegt in unserer DNA verschlüsselt. Durch Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) in den letzten Jahren konnten eine Vielzahl an Genen aufgedeckt werden, die einen Einfluss auf das Körpergewicht und somit auch auf gewisse Begleiterscheinungen haben. Dabei handelt es sich vor allem um Einzelnukleotid-Polymorphismen oder Single Nucleotide Polymorphismen (SNPs), die zu der Ausbildung von Genvarianten führen. Diese Genvarianten beeinflussen unter anderem die Bildung von bestimmten Hormonen und Enzymen, die sich auf Deinen Stoffwechsel auswirken können.

Veranlagung zu Übergewicht?

Diese bestimmten Genotypen können dazu beitragen, dass die betroffenen Menschen anfälliger für Gewichtszunahmen sind. Eine Veranlagung zum Übergewicht wird somit begünstigt. Einige Beispiele dieser Genvarianten betreffen das FTO-Gen (Fat mass and obesity-associated protein/Fettmasse und Übergewicht-assoziiertes Protein), ADRB2 (Beta 2-Adrenorezeptor) und PPARD (Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptor D). Diese Gene können im Körper eine Vielzahl an Funktionen beeinflussen. Dabei vor allem die Regulation des Körpergewichts, des Fettstoffwechsels, weiterer Stoffwechselfunktionen und des Trainingserfolgs.

Du fragst Dich, ob Du ebenfalls Träger dieser Genvarianten bist und ob Du womöglich eine Veranlagung zum Übergewicht in Dir trägst? Dann lass Dich jetzt testen und erfahre mit unserem myDNA Slim mehr über Deinen Stoffwechsel- und Trainingstyp und welche anderen Parameter Deinen Abnehmerfolg beeinflussen können.

 

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Allerdings bedeutet es nicht, dass Menschen mit diesen Genvarianten zwangsläufig immer Übergewicht in ihrem Leben entwickeln werden. Die Veranlagung dazu ist zwar vorhanden, dennoch trägt eine Vielzahl an Faktoren zu der Ausprägung dieser bei. Somit interagieren die meisten Gene auch mit anderen Genen oder bestimmten Umweltfaktoren. Demnach sind die individuellen Gegebenheiten von entscheidender Bedeutung. Dieser Zustand unterstreicht erneut die komplexe Entstehung von Übergewicht, die die Prävention und Therapie so sehr erschwert.

In den wenigsten Fällen führt eine einzelne genetische Komponente zu besonders stark ausgeprägten Fällen von Adipositas. Meist handelt es sich hierbei um Genmutationen für Leptin, den Leptinrezeptor oder anderen Rezeptoren, die Signale für Hungergefühl oder Energiehomöostase vermitteln. Bei diesen Mutationen kommt es bereits im Kindesalter zur Ausbildung von starker Adipositas.

Erkrankungen

Auch einige Erkrankungen können gelegentlich zu einer Gewichtszunahme beitragen. Die bekanntesten Beispiele sind hierbei vor allem eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS = polycycstic ovary syndrome) und Depressionen. Allerdings ist gerade bei Letzterem nicht abschließend geklärt was Ursache und was die Folge ist. Depressionen können demnach sowohl zu einer Gewichtszunahme, aber auch zu einem Gewichtsverlust führen. Im Fall der Gewichtszunahme wäre es denkbar, dass diese aus der Depression resultiert. Aber auch eine Depression kann Ursache einer Gewichtszunahme sein.

Störungen der Schilddrüse

Das gleiche Phänomen gilt für eine veränderte Schilddrüsenfunktion. Bekannterweise beeinflussen die Schilddrüsenhormone eine Vielzahl an Funktionen, so kann eine Störung der Schilddrüse unter anderem zu Gewichtsproblemen, Müdigkeit, Haut- und Haarproblemen führen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es häufig zu einer moderaten Gewichtszunahme und verminderter Stoffwechselrate. Hierbei sind die TSH-Werte leicht bis stark erhöht (Thyroid-stimulating hormone = Schilddrüsen-stimulierendes Hormon), um diese Unterfunktion der Schilddrüse auszugleichen und die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu fördern. Hingegen kommt es bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) häufig zum Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits und einer erhöhten Stoffwechselrate.

Allerdings ist bei der Diagnose Vorsicht geboten. Denn nicht immer handelt es sich bei einer Störung dieses Hormonhaushalts um eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Vor allem subklinische Ausprägungen mit leicht erhöhten TSH-Werten sind ebenfalls mit Gewichtszunahme und einem Ungleichgewicht der Blutfettwerte assoziiert. Hierbei ist ein kausaler Zusammenhang nicht immer gegeben. So konnte zwar gezeigt werden, dass die Erhöhung der TSH-Werte auch mit einer Gewichtszunahme einhergeht, allerdings führte ein Gewichtsverlust zur Normalisierung der Werte. Das weist darauf hin, dass es sich bei der Erhöhung der TSH-Werte eher um eine Folge der Gewichtszunahme handelt als um die Ursache.

Blutfettwerte

Eine Vielzahl an Studien weisen zudem auf eine Assoziation zwischen den Blutfettwerten und Übergewicht hin. So sind erhöhte Triglycerid-, Cholesterin- und LDL-Cholesterinwerte mit einem erhöhten BMI verbunden. Ein hoher HDL-Cholesterinwert ist wiederum mit einem gesunden BMI assoziiert. Auch ein erhöhter Körperfettanteil erhöhte die Wahrscheinlichkeit für Cholesterin- und Triglyceridwerte, die über den empfohlenen Werten lagen. Allerdings handelt es sich hierbei hauptsächlich um Korrelationen, einer kausaler Zusammenhang muss weiterhin genauer erforscht werden, da beide Faktoren sowohl Ursache als auch Folge voneinander sein können.

Umweltbedingte Faktoren, Lifestyle und Gewohnheiten

Die umweltbedingten Faktoren stellen wohl die Hauptursache für den starken Anstieg des Körpergewichts in der heutigen Bevölkerung dar. Sowohl die Ernährung, als auch körperliche Aktivität und Sport, aber auch Lifestyle und unsere Gewohnheiten beeinflussen dieses Phänomen zu großen Teilen. Vor allem kommt es hierbei auf die Energiebilanz an. So herrscht heutzutage vorwiegend ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme, also verzehrten Kalorien und Energieabgabe bzw. verbrauchten Kalorien.

Ernährung

Einhergehend mit der Zunahme der übergewichtigen und adipösen Menschen erfolgte ebenfalls ein vermehrter Verzehr von energiereichen Lebensmitteln. Diese sind besonders reich an Zucker und Fett und weisen nur einen geringen Anteil an gesunden Nährstoffen auf. Der Energiegehalt von Lebensmitteln wird dabei in Kalorien (kcal) gemessen. So braucht ein durchschnittlich körperlich aktiver Mann ungefähr 2500 kcal pro Tag, während dieser Wert bei Frauen im Durchschnitt etwas geringer liegt, in etwa bei 2000 kcal/Tag. Natürlich sind diese Werte nur als ungefähre Richtwerte anzusehen, da eine Vielzahl an Faktoren den täglichen Kalorienbedarf beeinflussen. Zu diesen Faktoren zählen das Alter, die Größe, das Körpergewicht und natürlich auch körperliche Aktivität und Sport.

Dieser tägliche Kalorienbedarf klingt erstmal hoch, allerdings kann er durch die Auswahl bestimmter Mahlzeiten leicht erreicht werden. So kann ein großes Fast Food-Menu mit zum Beispiel Hamburger, Pommes und Milchshake schon um die 1500 kcal haben und dabei handelt es sich nur um eine einzige Tagesmahlzeit.

Es kommt zudem zu einem Zustand der sich als passiven Überkonsum bezeichnen lässt. Dabei ist die Menge an Lebensmitteln/verzehrtem Essen immer noch die gleiche, doch die Kalorienaufnahme ist deutlich erhöht. Das liegt vor allem an diesen energiedichten Lebensmitteln (z.B. zuckerhaltige Getränke).

Natürlich benötigt jeder Körper Energie, um normale lebenswichtige Funktionen zu erfüllen (z.B. Atmung und Verdauung) und damit unsere Organe optimal funktionieren. Diese Energie wird in Form von Essen und Getränken aufgenommen und vom Körper genutzt, um solche Funktionen zu bewerkstelligen. Um ein gesundes Körpergewicht zu halten, sollte demnach die Energie, die wir aufnehmen, die gleiche sein, die wir verbrauchen.

Vor allem verarbeitete und energiereiche Lebensmittel, Alkohol, zuckerhaltige Getränke, große Portionsgrößen sowie Fast Food sollte weitestgehend vermieden bzw. reduziert werden. Konsumiere hauptsächlich Lebensmittel, die Dich lange satt machen. Das sind zum Beispiel Lebensmittel mit hohem Ballaststoffanteil und gesunden Makronährstoffen wie ungesättigten Fetten.

Körperliche Aktivität und Sport

Auch die Zunahme an körperlicher Inaktivität trägt maßgeblich zu dem starken Anstieg an Übergewicht und Adipositas bei. Viele Berufe sind vorwiegend sitzende Tätigkeiten. Hinzu kommen veränderte Transportmittel. Bei Letzterem wird vor allem auf Autos oder öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen, anstatt das Fahrrad zu benutzen oder zu Fuß zu gehen.

Dieser inaktive Lebensstil wird unterstützt, indem viele Menschen in ihrer Freizeit dazu neigen Fernsehen zu gucken, im Internet zu browsen, Videospiele zu spielen und nur wenig sportlich aktiv sind. Durch diesen Lebensstil wird die übermäßige Energie, die über das Essen bereitgestellt wird nicht verbraucht und in Form von Fett im Körper gespeichert.

Besonders Sport trägt auf vielen Ebenen positiv zu einem gesunden Körpergewicht bei. So kann körperliche Aktivität dabei helfen die Sensitivität der Organe auf bestimmte Hormone (z.B. Insulin) beizubehalten. Des Weiteren wird die Sensitivität des angeborenen Kontrollsystems für Appetit und Hunger erhöht. Dadurch wird es dem Körper erleichtert die unterbewusste Balance zwischen Energieaufnahme und Energiebedarf aufrechtzuerhalten und einer Gewichtszunahme langfristig entgegenzuwirken.

Risiken von Übergewicht

Adipositas selbst gilt als eigenständige Erkrankung. Dabei birgt ein stark erhöhtes Körpergewicht auch viele weitere Gefahren in Bezug auf die Gesundheit. Des Weiteren kann starkes Übergewicht die Lebenserwartung um 3-13 Jahre reduzieren und somit zum frühzeitigen Tod führen.

Folgende Erkrankungen und Beeinträchtigungen sind mit Übergewicht assoziiert:

 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (v.a. Herzversagen und Schlaganfall)
  • Diabetes
  • Krebs (z.B. Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs, Leber-, Gallblasen-, Nieren- und Darmkrebs)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Osteoarthritis, Abnutzung der Gelenke)
  • Depressionen
  • Atemprobleme und Schlafapnoen
  • Unfruchtbarkeit
  • Entzündungen

Dabei kann eine Reduktion des Körpergewichts um 5-10% schon zu einer Verbesserung verschiedenster Symptome führen und das Risiko für chronische Erkrankungen verringern.

Zusammenfassung

Evolutionär gesehen ist die Zunahme an Übergewicht und Adipositas in der weltweiten Bevölkerung die logische Schlussfolgerung des modernen Lebensstils. Da die damalige Zeit durch viele Hungerperioden charakterisiert wurde, waren besonders die Individuen im Vorteil, welche die zur Verfügung stehende Energie am besten speichern konnten, um in diesen Perioden am besten davon zu zehren.

Heutzutage gehören Übergewicht und Adipositas zu einem internationalen Gesundheitsproblem, das in allen Altersklassen vertreten ist. Besonders erschreckend sind hierbei die steigenden Zahlen bei den Kindern und Jugendlichen. Dieses Gesundheitsproblem geht unter anderem auch mit einer Störung der physiologischen Kontrolle des Körpergewichts einher. Dabei wird diese Störung zusätzlich durch den vorwiegend sitzenden Lebensstil und energiereiche Ernährung begünstigt.

Schon lange gilt starkes Übergewicht auch als eigenständige Erkrankung. Allerdings begünstigt ein zu hohes Körpergewicht auch viele Folgeerkrankungen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig eine frühzeitige Intervention zu starten, um schlimme Folgen für die Gesundheit zu vermeiden. Dazu zählen vor allem Ernährungsumstellungen, vermehrte körperliche Aktivität und auch eine Anpassung der Gewohnheiten.

Die Entstehung von Übergewicht hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab, was eine Therapie zusätzlich erschwert. Gerade deshalb ist es auch so wichtig weiterhin auf dem Gebiet zu forschen, um mögliche Therapieansätze zu identifizieren und wissenschaftlich-fundierte Handlungsempfehlungen zu geben. Im Internet finden sich unendlich viele Ernährungsratgeber und Wunder-Diäten mit zum Teil widersprüchlichen und sogar hinderlichen Empfehlungen. Doch welche Faktoren letztendlich wirklich einen Einfluss auf eine Gewichtsreduktion haben, erfährst Du in unserem nächsten Blog-Artikel. Denn wir klären über die bekanntesten Diät-Mythen auf und sagen Dir, was wirklich hilft!

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