Gerstengras kann entweder zu Saft, Pulver, oder Tabletten verarbeitet werden. Es enthält zahlreiche Vitamine sowie die Stoffe Zink, Calcium, Kalium und viele weitere. Es gilt als gesund und soll einen ähnlich positiven Effekt auf die Gesundheit haben wie grünes Gemüse.

Was ist Gerstengras?

Gerstengras – der Name lässt es bereits erahnen – ist ein Superfood und das Gras des bekannten Getreides Gerste, oder besser gesagt die jungen Keimlinge dieser Pflanze, die noch keine Ähren tragen. Aus diesen Keimlingen kann direkt frischer Gerstengrassaft gewonnen werden. Sie werden aber ebenso getrocknet und zu Pulver vermahlen oder in Tablettenform gepresst.

Reich an Beta Carotin enthält Gerstengras zudem die Vitamine B1, B2, B6 und B12, Vitamin A, C, E und K sowie andere Stoffe wie Zink, Kalium, Calcium und Kupfer. Auch Enzyme und Aminosäuren, Bioflavonoide und ungesättigte Fettsäuren stecken in den Halmen und sollen eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben.

Dazu lässt es sich einfach in den täglichen Speiseplan integrieren. Bereits drei Teelöffel Pulver pro Tag reichen laut Herstellerangaben aus, um die Vitalität deutlich zu verbessern. Allerdings ist der Geschmack des aufgelösten Pulvers oder des frisch gewonnenen Saftes mehr oder minder gewöhnungsbedürftig, denn es handelt sich nun einmal um Gras – das auch „grasig“ schmeckt. Sagt das Aroma so gar nicht zu, stehen alternativ jedoch noch die Tabletten zur Verfügung.

Wirkung & Nebenwirkung: Das kann Gerstengras

Gerstengras soll die Vitalität steigern, mehr Energie geben, das Immunsystem unterstützen und Entzündungen hemmen. Des weiteren soll es die Cholesterinwerte senken und die Verdauung ankurbeln, wodurch es auch bei einer gezielten Gewichtsabnahme helfen könnte. Bewiesen ist jedoch nur ein Bruchteil der Vorzüge, die dem Gerstengras zugeschrieben werden.

Die Wirkung von Gerstengras

So zahlreich die positiven Wirkungen des Gerstengrases sein sollen, wissenschaftliche Belege für diese gibt es bislang nicht. Zwar existiert eine vielzitierte Studie, bei der die Zufuhr von Gerstengras vor allem in Kombination mit den Vitaminen C und E den Cholesterinspiegel bei Diabetikern signifikant senken konnte. Mit gerade einmal 36 Studienteilnehmern ist diese Studie aus dem Jahr 2002 aber wenig aussagekräftig.

Andere Untersuchungen zur Wirkung der Radikalfänger im Gerstengras wiesen zwar einen zellschützenden Effekt der pflanzlichen Substanzen nach – das allerdings bisher nur im Reagenzglas. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA gilt hierbei: „Die Information aus dem Reagenzglas lässt sich nicht auf einen gesundheitlichen Nutzen beim Menschen übertragen. Es gibt keine Belege dafür, dass antioxidative Inhaltsstoffe einen physiologischen Nutzen hätten.“

Trotz fehlender klinischer Studien zu den Wirkungen des Gerstengrases berichten Personen nach der Einnahme von positiven Effekten. Darunter:

  • Leistung und Energie: Die Vitamine versorgen den Organismus und schützen die Zellen – dadurch soll Müdigkeit verschwinden, mehr Energie bereitstehen, der Schlaf verbessert und die Konzentration sowie die Leistungsfähigkeit gesteigert werden.
  • Haut: Angeregte Durchblutung, Versorgung und Regeneration führen zu einem verbesserten Hautbild.
  • Immunsystem: Die Krankheits- und Entzündungsneigung sollen sinken.
  • Körpergeruch: Chlorophyll ist dafür bekannt, effektiv gegen unangenehme Gerüche zu wirken. Dadurch kann sich der Körpergeruch verbessern.
  • Regeneration: Die Zellen werden geschützt, die Wundheilung verbessert, das Immunsystem gestärkt, dazu soll Gerstengras auch einen positiven Beitrag zur Entsäuerung und Entgiftung leisten – durch all diese Faktoren kann sich Gewebe besser regenerieren.

Nebenwirkungen von Gerstengras

Zu Nebenwirkungen des Gerstengrases kann es nicht nur durch eine Überdosierung kommen, auch Unverträglichkeiten können dazu führen. Zu ihnen zählen:

  • Allergische Reaktionen: Kribbeln, Brennen und Schwellungen können nach dem Trinken von Gerstengrassaft im Mund auftreten.
  • Zöliakie: Bei einer Glutenunverträglichkeit löst zwar für gewöhnlich das Getreide und nicht das Gras Beschwerden aus oder verschlimmert diese, aber auch das Gerstengras kann dazu beitragen.
  • Verdauungsstörungen: Vor allem Durchfälle können nach der Einnahme von Gerstengras auftreten. Übelkeit und Erbrechen sind aber ebenfalls möglich.

Gesundheitlicher Nutzen von Gerstengras

Wie bereits erwähnt, ist der gesundheitliche Nutzen von Gerstengras umstritten und bisher nicht praktisch erforscht. Die Zufuhr der enthaltenen Vitamine, weiteren Vitalstoffe und der sekundären Pflanzenstoffe kann aber ähnliche Vorteile wie der Verzehr von (grünem) Gemüse haben.

Kannst Du durch Gerstengras abnehmen?

Die im Gerstengras enthaltenen Enzyme sollen den Fettabbau anregen und könnten daher sehr wohl beim Abnehmen helfen. Ebenso wie bei den positiven Effekten auf das Allgemeinbefinden und Gesundheit gibt es hierzu allerdings keine klinischen Studien oder andere wissenschaftliche Beweise.

Gerstengras selbst anbauen: Was muss ich beachten?

Gerstengras lässt sich nicht nur einfach selbst anbauen, der Anbau in Eigenregie hat auch einige Vorteile. So kannst Du alle Faktoren selbst kontrollieren und hast das ganze Jahr über frisches Gerstengras zur Verfügung. Dazu musst Du beim Anbau natürlich einige Faktoren beachten.

Gerstengras anbauen und kultivieren

Für den Gerstengras Anbau benötigst Du zunächst das passende Saatgut. Gerstensamen in Bioqualität aus dem Reformhaus sind hierzu am besten geeignet. Des Weiteren benötigst Du ein entsprechendes Substrat. Bio-Erde, Anzuchterde oder eine Mischung aus Kokosfasern und Gartenerde sind ideal. Auf Billigerde solltest Du besser verzichten, denn die Qualität des Substrats bestimmt auch die Qualität Deines selbstgezogenen Gerstengrases. Danach gehst Du wie folgt vor:

  1. Die Saat wird für etwa sechs Stunden in lauwarmem Wasser eingeweicht und im Anschluss gut abgespült.
  2. Ein Pflanzgefäß mit Wasserablauf wird mit dem gewählten Substrat gefüllt – eine drei Zentimeter dicke Schicht reicht aus. Die Erde wird durchgängig befeuchtet, sollte jedoch nicht tropfnass sein.
  3. Die Saat wird gleichmäßig auf dem Substrat verteilt und nur leicht mit Erde bedeckt.
  4. Nach der Aussaat wird das Pflanzgefäß an einen sonnigen und warmen Platz gestellt, beispielsweise auf eine Fensterbank. Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 20 und 25° C.
  5. Die Erde wird fortlaufend leicht feucht gehalten. Nach etwa zwei Wochen haben die Gerstengraskeimlinge eine Höhe von 15 bis 20 Zentimetern erreicht und sind erntebereit

Tipp:

Wenn Du täglich frisches Gerstengras ernten möchtest, solltest Du etwa jede Woche neu aussäen.

Die Ernte und Verwendung von Gerstengras

Die Ernte des Gerstengrases ist spielend einfach, denn Du musst die Keimlinge schlicht abschneiden. Das natürlich, bevor sie Ähren ausbilden. Ziehst Du das Gerstengras im Freien und möchtest auf Vorrat ernten, solltest Du auf einen sauberen und scharfen Schnitt achten und das Gras im Kühlschank lagern. Dadurch hält es sich länger. Die Pflanzen selbst bilden in der Regel und bei ausreichender Versorgung weitere Halme nach dem Schnitt aus und können so mehrfach abgeerntet werden.

Nach der Ernte kannst Du das Gerstengras wie bereits im Kühlschrank frischhalten oder aber direkt verwenden. Dazu presst Du die Halme aus.

Wie isst oder trinkst Du Gerstengras?

Aufgrund der unterschiedlichen Darreichungsformen kannst Du Gerstengras auch auf verschiedene Weise zu Dir nehmen. Dazu gehören:

  • Selbst pressen: Wenn Du das Gerstengras selbst anbaust, musst Du es im Anschluss auch selbst pressen. Hierzu eignen sich spezielle Grasentsafter oder Gras Juicer. Saftpressen aus Edelstahl erfüllen den Zweck aber ebenfalls. Zudem finden sich mittlerweile spezielle Mixer – meist für Weizengras – die das Gras nicht nur auspressen, sondern besonders fein zerkleinern und damit eine größere Vitalstoffausbeute bewirken sollen.
  • Gerstengraspulver: Aufgelöst in Wasser, Saft oder einem Smoothie zugegeben bereitet die Zubereitung des Gerstengraspulvers sehr wenig Aufwand.
  • Tabletten: Gepresstes Gerstengraspulver in Tablettenform hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen erfordert es keine geschmackliche Gewöhnung, zum anderen sind die Tabletten ideal für unterwegs und können gänzlich ohne zusätzlichen Aufwand in das alltägliche Leben integriert werden.

Quellen

  • Christoph Murmann: Gerstengras nur ohne Vitalstoffe. In „Lebensmittel Zeitung“, 2013, 24, ISSN 0947-7527
  • Yu YM, Chang WC, Chang CT, Hsieh CL, Tsai CE. „Effects of young barley leaf extract and antioxidative vitamins on LDL oxidation and free radical scavenging activities in type 2 diabetes.“ Diabetes Metab. 2002 Apr;28(2):107-14.
  • Kamiyama M, Shibamoto T. „Flavonoids with potent antioxidant activity found in young green barley leaves.“ J Agric Food Chem. 2012 Jun 27;60(25):6260-7. doi: 10.1021/jf301700j. Epub 2012 Jun 18.
  • Yu YM, Tsai CE. „LDL cholesterol and oxidation are significantly reduced in type 2 diabetic patients receiving a barley leaf essence supplemented olive oil diet.“ Food Science and Agricultural Chemistry [published by The Chinese Institute of Food Science and Technology] Vol. 5 (1): 01.06.2003

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