Viel Chlorophyll und Eiweiß, wenig Jod – Spirulina hat zahlreiche Vorteile und lässt sich einfach in Deinen Speiseplan einbauen. Die vermeintliche Alge kann aber auch stark belastet sein und durch ihren gewöhnungsbedürftigen Geschmack Probleme bereiten.

Was ist Spirulina?

Spirulina ist in Industrieländern vor allem eins: Ein umstrittenes Superfood. Wundermittel für die Einen – bestenfalls unnötig für die Anderen. Spirulina ist im Hadel als Alge oder Mikroalge erhältlich. Dabei handelt es sich eigentlich um Cyanobakterien – also Einzeller – die früher fälschlicherweise – ihrer Farbe zufolge – als Blaualgen bezeichnet wurden.

Unabhängig von den aktuellen Meinungen hat Spirulina eine lange Tradition, wurde bereits bei den Azteken als Nahrungsmittel verwendet und macht auch heute noch bei einigen afrikanischen Naturvölkern einen großen Teil der Ernährung aus.

Hinzu kommt, dass Spirulina vor nicht allzu langer Zeit Bekanntheit durch die NASA erlangte. Astronauten nahmen sie in Form von Pulver als Nahrungsergänzung beziehungsweise Nahrungsersatz zu sich.

Süßwasseralge oder Salzwasseralge?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Spirulina genaugenommen nicht um eine Alge, sondern um einzellige Cyanobakterien. Dennoch wird sie sowohl als Süß- und Salzwasser- sowie als Mikroalge vertrieben. Beschäftigst Du Dich erstmals mit diesem Thema, dürfte das für reichlich Verwirrung sorgen – denn es herrscht keine Einigkeit bei den Bezeichnungen – vor allem in Onlinequellen.

Salzwasseralgen sind Algen, die im Meer wachsen. Süßwasseralgen gedeihen in Seen und Flüssen. Auf Spirulina trifft Beides nicht vollständig zu. So vermehrt sich das spezielle Cyanobakterium nicht im Meer, sondern in Seen. Allerdings in stark salzhaltigen, tropischen und subtropischen Seen. Abgesehen davon, dass sich Spirulina nicht im Meer finden, sind sie also eher den Salzwasseralgen zuzuordnen.

Warum ist Spirulina gesund?

Die Cyanobakterien enthalten alle essentiellen Aminosäuren, viele B-Vitamine, Vitamin E, Beta-Carotin und Polyphenole. Zusätzlich können sie Dir Calcium, Kalium, Selen, Eisen, Zink, Magnesium und etwas Jod liefern.

Weiterhin wird Spirulina eine antioxidative Wirkung nachgesagt und enthält unter anderem Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Hierdurch können die Cyanobakterien eine ausgewogene Versorgung Deines Körpers begünstigen. Aufgrund der jeweilig enthaltenen Mengen kann Spirulina aber Deinen Tagesbedarf an allen wichtigen Nährstoffen nicht komplett decken – denn einige Stoffe sind lediglich in Spuren enthalten.

Ob Du mit allen Nährstoffversorgung optimal versorgt bist, kannst Du ganz einfach mit diesem Bluttest von zu Hause aus feststellen.

Wie schmeckt Spirulina?

Kurz gesagt: Gewöhnungsbedürftig und für jeden anders. Als natürliches Produkt erinnern die Cyanobakterien in Pulverform bereits im Geruch an Algen und können leicht fischigschmecken. Aroma und Geschmack hängen jedoch zu großen Teilen von dem jeweiligen Produkt ab und werden natürlich subjektiv empfunden.

So kann Spirulina als mild empfunden werden und sich leicht mit anderen Lebensmitteln überdecken lassen. In anderen Fällen wird der Zusatz des Nahrungsergänzungsmittels selbst in aromatischen Mischungen als unangenehm herausgeschmeckt. Presslinge und Kapseln sind dann die bessere Wahl.

Wie viel Spirulina ist gesund?

Die Dosierung von Spirulina ist abhängig von Produkt und individuellem Bedarf. Bereits zwei Gramm des zu Pulver gemahlenen Superfoods kann auf Deine Gesundheit eine positive Wirkung haben.

Zu bedenken ist hierbei, dass die Dosierung sich nicht nur nach den Angaben des Herstellers richten sollte. Einige Produkte schneiden in Tests schlecht ab, da sie je nach Qualität des Wassers am Kultivierungsort auch für die Gesundheit bedenkliche Substanzen in sich speichern können. Wähle daher ein sicheres, getestetes Produkt.

Verträglichkeit und Wohlfühldosis

Spirulina gilt als gut verträglich, leicht verdaulich und zeigte auch in Studien keine signifikanten Nebenwirkungen. Dennoch ist es möglich, dass am Anfang der Einnahme oder bei einer zu hohen Dosierung Beschwerden auftreten.

Anstatt Deinen Körper mit der ungewohnten Substanz direkt zu überfluten, solltest Du zunächst nicht mehr als zwei Gramm täglich einnehmen und die Menge nur allmählich – beispielsweise in Grammschritten – steigern. Das solltest Du solange tun, bis Du Deine persönliche Wohlfühldosis erreicht hast – Diese kann sich übrigens auch mit der Zeit ändern. Zudem ist sie selbstverständlich von einigen individuellen Faktoren abhängig: Größe, Gewicht, Lebensweise und Dein allgemeine Gesundheitszustand können einen entscheidenden Einfluss darauf nehmen.

Wirkungen & Nebenwirkungen von Spirulina

Den Cyanobakterien werden einige positive Wirkungen zugeschrieben – bewiesen sind davon aber noch längst nicht alle. Spirulina kann zwar einen gesundheitsfördernden Einfluss haben – ein Wundermittel ist es dennoch nicht.

Die Wirkungen von Spirulina

Spirulina kann Deinen Körper mit essenziellen Aminosäuren und Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und allerhand Anderen gesundheitsfördernden und zellschützenden Substanzen versorgen. Mögliche Wirkungen können folgende sein:

  • Blutzucker: Studien zeigen, dass Spirulina die Insulinsensitivität erhohen kann. Dadurch kann unser Körper unseren Blutzuckerspiegel leichter regulieren.
  • Entgiftung: Zellschutz durch Antioxidantien, Regulierung des Stoffwechsels und eine angeregte Blutbildung tragen dazu bei, dass der Körper sich effizienter von Giftstoffen befreien kann. Zumindest in der Theorie und dem Reagenzglas, denn die Wirkung von Antioxidantien ist beim Mensch noch nicht nachgewiesen.
  • Immunsystem: Spirulina kann einen stärkenden Einfluss auf unser Immunsystem, vor allem in Hinsicht auf die körpereigene Abwehr der Schleimhäute haben. Hierdurch kann unsere Infektionsanfälligkeit sinken und die Wundheilung beschleunigt werden.
  • Leistungsfähigkeit: Durch den hohen Anteil an Aminosäuren und Eisen kann Spirulina die Sauerstoffversorgung unseres Körpers verbessern und die Blutbildung anregen. Durch die Verbesserung der körpereigenen Entgiftung kann es die Leistungsfähigkeit weiterhin erhöhen.

Die Nebenwirkungen von Spirulina

Bisher konnten in Studien keine signifikanten Nebenwirkungen nachgewiesen werden. Allerdings kann bei es zu Verdauungsbeschwerden kommen, wenn zu schnell eine zu hohe Dosis Spirulina verzehrt wird. Eine schrittweise anpassung der individuellen Dosis ist sinnvoll.

Kannst Du durch Spirulina abnehmen?

Spirulina kann tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung für die gezielte Gewichtsreduktion sein. Die tägliche Aufnahme selbst kleiner Mengen kann den Blutzuckerspiegel senken und ihn regulieren. Hierdurch können beispielsweise Heißhungerattacken sowie Stimmungs- und Leistungstiefs reduziert werden.

Beachte auch hierbei wiederum: Spirulina ist zwar in vielerlei Hinsicht eine gute Ergänzung zu Bewegung und ausgewogener Ernährung – aber eben nur eine Ergänzung und kein Ersatz dafür.

Spirulina selbst anbauen: Ist das sinnvoll?

Spirulina gedeiht in tropischen und subtropischen Salzseen und wird zum Vertrieb unter kontrollierten Bedingungen angebaut. Zur Gewinnung von Spirulina aus Wasser sind spezielle Siebe und Trocknungsanlagen nötig – im privaten Haushalt stellt bereits das eine Schwierigkeit dar. Davon abgesehen fehlt hier auch das erforderliche, sonnige Klima. Nicht umsonst kann Spirulina nur an wenigen Orten weltweit angebaut werden. Ein Eigenanbau der Cyanobakterien ist also nicht sinnvoll.

Wie wird Spirulina verzehrt?

Spirulina wird als PulverPressling und in Kapseln angeboten. Bei letzteren ist die Aufnahme klar und erfordert wenig Kreativität. Das Pulver kann hingegen vielfältiger angewendet werden.

Löse es in kaltem oder heißem Wasser auf, mische es in Saft oder grüne Smoothies – Flüssigkeit ist in jedem Fall entscheidend. Nicht nur der Geschmack wirkt hierdurch weniger intensiv und damit angenehmer – auch die Aufnahme wird erheblich vereinfacht.

Ebenfalls möglich ist es natürlich, Spirulina als Zusatz im Salat, in Joghurt gerührt oder über das Müsli gegeben in den Speiseplan einzubinden. Mittlerweile finden sich sogar zahlreiche spezielle Spirulina-Rezepte.

Tipp: Als Alternative zum Selbstmischen werden bereits aromatisierte Produkte angeboten.

Quellen

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  • Marcel, A. K. et al, The effect of Spirulina platensis versus soybean on insulin resistance in HIV-infected patients: a randomized pilot study, In: Nutrients, Vol. 3, Issue 7, 2011.
  • Cemal Cingi: The effects of spirulina on allergic rhinitis. In „Eur Arch Otorhinolaryngol“, 265(2008), 10, S. 1219 – 1223, ISSN 0937-4477
  • Wu Bo-tang: Spirulina cultivation in China. In „Chin. J. Ocean. Limnol.“, 16(1998), S1, S. 152 – 157, ISSN 0254-4059
  • James N. Parker: Spirulina – A Medical Dictionary, Bibliography, and Annotated Research Guide to Internet References. ICON Group International Inc., 2004, ISBN 9780597840777
  • Jutta Hübner: Komplementäre Onkologie : supportive Maßnahmen und evidenzbasierte Empfehlungen. Schattauer, 2012, ISBN 9783794528530
  • Brandon Britt: The Healthy Soup Cleanse Recipe Book : 200+ Easy Souping Recipes from Bone Broth to Vegetable Soup. F+W Media, 2016, ISBN 9781440593260
  • Razique Anwer: Detection of immunoactive insulin in Spirulina. In „J Appl Phycol“, 24(2011), 3, S. 583 – 591, ISSN 0921-8971
  • Lukasz Tuhy: Biofortification of maize with micronutrients by Spirulina. In „Open Chemistry“, 13(2015), ISSN 2391-5420

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