3 Knoblauchknollen
Die Knoblauchunverträglichkeit ist weitestgehend unbekannt, kann jedoch erhebliche Beschwerden auslösen und zudem eine starke Einschränkung bei der Ernährung darstellen. Vor allem, da sie oftmals in Kombination mit bereits bestehenden Unverträglichkeiten oder Krankheiten auftritt. Sie lässt sich mit dem entsprechenden Wissen allerdings auch umgehen.

Knoblauchunverträglichkeit

Was ist eine Knoblauchunverträglichkeit?

Bei der Knoblauchunverträglichkeit reagiert der Verdauungstrakt empfindlich auf Bestandteile des Lauchgewächses. Oftmals zeigt sich bereits allein die schwere Verdaulichkeit des Lauchgewächses für die Reizungen und Beschwerden verantwortlich. Zu allergischen Reaktionen kommt es bei der Knoblauchunverträglichkeit allerdings nicht. Eine Knoblauchallergie ist jedoch ebenfalls möglich.

Was ist Knoblauch?

Der Knoblauch gehört zu den Lauchgewächsen – ist also mit Zwiebeln, Bärlauch, Porree und Schnittlauch verwandt – und wird sowohl zum Würzen von Gerichten, als auch als Heilpflanze eingesetzt. Er enthält VitamineMineralstoffe und Spurenelemente sowie Aminosäuren. Darunter das Alliin. Dieses wird beim Abbau im Körper zum Allicin umgewandelt, was wiederum für den oft als unangenehm empfundenen Geruch nach dem Verzehr von Knoblauch verantwortlich ist.

Wie viele Menschen sind von einer Knoblauchunverträglichkeit betroffen?

Statistiken zur Häufigkeit der Knoblauchunverträglichkeit gibt es nicht. Allerdings ist bekannt, dass die Knoblauchunverträglichkeit bei Menschen mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt oder Reizdarmsyndrom deutlich häufiger auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren einer Knoblauchunverträglichkeit

Was passiert bei einer Knoblauchunverträglichkeit im Körper?

Bisher ist unbekannt, was genau bei einer Knoblauchunverträglichkeit im Körper geschieht. Vermutet wird, dass das schwer verdauliche Lauchgewächs den Magen-Darm-Trakt reiztbeziehungsweise überfordert und damit Verdauungsbeschwerden auslöst. Ebenfalls möglich ist es, dass das enthaltene Alliin beziehungsweise der daraus freigesetzte Schwefel für Reizungen sorgt.

Welche Arten der Knoblauchunverträglichkeit gibt es?

Es gibt nur eine Art der Knoblauchunverträglichkeit. Allerdings wird auch die Knoblauchallergie gelegentlich und fälschlicherweise als Knoblauchunverträglichkeit bezeichnet.

Zudem können die Ursachen der Knoblauchunverträglichkeit unterschieden werden.

Wie entsteht eine Knoblauchunverträglichkeit?

Noch ist unklar, wie genau eine Knoblauchunverträglichkeit entsteht.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Knoblauchunverträglichkeit?

Die Knoblauchunverträglichkeit tritt häufiger in Verbindung mit einer bereits bestehenden Unverträglichkeit oder Schädigung des Magen-Darm-Traktes auf. Reagiert die Verdauung generell empfindlich oder besteht das Reizdarmsyndrom, ist das Risiko für die Knoblauchunverträglichkeit also erhöht.

Zudem kann auch eine Überfunktion der Schilddrüse für die Knoblauchunverträglichkeit sorgen, da das Lauchgewächs die Drüse weiterhin stimuliert, was sich wiederum negativ auf Verdauung und Darmgesundheit auswirkt

Symptome einer Knoblauchunverträglichkeit

Welche Symptome treten bei einer Knoblauchunverträglichkeit auf?

Bei einer Knoblauchunverträglichkeit kommt es in der Regel zu den folgenden Symptomen:

  • Blähungen mit Aufstoßen und Winden
  • Magen- und Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall

Aber Vorsicht: Treten nicht nur diese Symptome, sondern auch Schwellungen, Juckreiz an den Kontaktstellen, Heuschnupfen, Atembeschwerden und Hautausschläge auf, handelt es sich nicht um eine Knoblauchunverträglichkeit, sondern um eine Allergie.

Wann solltest Du bei einem Verdacht auf eine Knoblauchunverträglichkeit zum Arzt gehen?

Ein Arzt sollte immer dann aufgesucht werden, wenn die oben genannten Symptome auftreten. Nur dadurch kann abgeklärt werden, ob eine Knoblauchunverträglichkeit oder eine Allergie besteht.

Wie wird eine Knoblauchunverträglichkeit festgestellt?

Für die Knoblauchunverträglichkeit gibt es bisher keinen eindeutigen, medizinischen Test. Die Diagnose wird daher in erster Linie über eine entsprechende Eliminationsdiät und das Führen eines Ernährungstagebuches gestellt.

Hierdurch kann festgestellt werden, wann welche Symptome auftreten. Löst beispielsweise nur frischer Knoblauch Beschwerden aus? Kommt es erst nach dem Verzehr größerer Mengen zu Blähungen oder nur dann, wenn der Knoblauch in groben Stücken beziehungsweise gepresst konsumiert wurde? Wird das Lauchgewächs einzeln vertragen, jedoch in bestimmten Kombinationen nicht?

Damit all diese Fragen beantwortet werden können, muss das Ernährungstagebuch entsprechend detailliert geführt werden. Mengen, Zubereitungsarten, fertige Produkte samt allen Zutaten sowie eventuelle Beschwerden und wann diese nach dem Essen auftreten sind zu notieren.

Behandlung einer Knoblauchunverträglichkeit

Wie kann eine Knoblauchunverträglichkeit behandelt werden?

Besteht eine Knoblauchunverträglichkeit, hilft zunächst nur das Vermeiden von Knoblauch in der Nahrung, um keine Symptome auszulösen. Das ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit der Behandlung.

Da die Knoblauchunverträglichkeit häufig in Verbindung mit anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, dem Reizdarmsyndrom, einer Schilddrüsenüberfunktion oder anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts auftritt, sollte hier zunächst eine Abklärung beim Arzt erfolgen. Eventuell wird der Knoblauch sowie andere schwer verdauliche Lebensmittel nur vorrübergehend nicht vertragen, weil beispielsweise eine Magenschleimhautentzündung vorliegt oder der Verdauungstrakt nach einer Magen-Darm-Grippe noch nicht vollständig geheilt ist. Wird die zugrundeliegende Krankheit behandelt, kann die Knoblauchunverträglichkeit wieder verschwinden und das Lauchgewächs wird in der Folge problemlos toleriert.

Weiterhin müssen von einer Knoblauchunverträglichkeit Betroffene selten wirklich komplett auf Knoblauch verzichten. Viele vertragen beispielsweise Knoblauchpulver oder kleine Mengen gehackten Knoblauchs problemlos. Bei anderen wird das Lauchgewächs bereits nach dem Garen leichter verdaulich und löst keine Beschwerden aus.

Wer den Knoblauch nicht vollständig vom Speiseplan streichen möchte, sollte also verschiedene Arten der Zerkleinerung und Zubereitung ausprobieren.

Auf was ist bei der Ernährung zu achten?

Fallen die Beschwerden stark aus, sollte in der Ernährung zunächst vollkommen auf Knoblauch verzichtet werden. Das gestaltet sich allerdings oftmals schwieriger als gedacht, denn das Lauchgewächs findet sich häufig in Fertigmischungen und Fertiggerichten, in Saucen und Dips, Knabbergebäck oder sogar als Zutat in Wurst, Käse und Brotaufstrichen.

Hier ist also genaues Hinschauen beim Einkauf gefragt. Bei Essensbestellungen sollte zudem nachgefragt werden, ob das Gericht mit Knoblauch gewürzt wurde. Das ist jedoch nicht immer so einfach nachzuvollziehen, wenn beispielsweise Fertigprodukte verarbeitet wurden oder Gewürzmischungen zum Einsatz kamen.

Wie bereits erwähnt, kann nach dem Abklingen aller Symptome vorsichtig getestet werden, ob der Knoblauch nach bestimmten Zubereitungsarten oder in Kombination mit anderen Lebensmitteln vertragen wird. In Scheiben geschnitten, gehackt oder gepresst – das scheint zunächst keinen Unterschied zu machen, kann jedoch über die Verträglichkeit entscheiden. Ebenso wie das Alter des Knoblauchs. Ist dieser sehr frisch und jung oder sind die äußeren Häute bereits gut abgetrocknet? Viele vertragen den schärferen frischen Knoblauch nicht, haben mit älteren Knollen aber keine Probleme.

Auch Knoblauchpulver, geringe Mengen oder Knoblauch ausschließlich in Kombination mit Kräutern und leicht verdaulichen Lebensmitteln wird meist besser vertragen. Auf Kombinationen mit schwer verdaulichen Speisen, die sehr fettig sind oder Kohl enthalten sollte hingegen verzichtet werden.

Tipps, um die Knoblauchunverträglichkeit zu umgehen

Mit frischenunverarbeiteten und ungewürzten Lebensmitteln sind von der Knoblauchunverträglichkeit Betroffene auf der sicheren Seite. Bei der Zubereitung und dem Würzen kann der Verzicht auf die aromatische Knolle aber auch hier einschränkend wirken. Vor allem, wenn nicht nur der frische Knoblauch, sondern auch Knoblauchpulver nicht vertragen wird.

Noch begrenzender wird es, wenn neben Knoblauch auch andere Lauchgewächse, wie Zwiebeln, Porree, Schnittlauch und Bärlauch Beschwerden auslösen.

Beim Einkauf, der Zubereitung und dem Würzen helfen aber bereits kleine Änderungen, um die Einschränkung gering zu halten, wie diese Tipps zeigen:

  • Auf Frische setzen: Wirklich frisches Gemüse aus hochwertigem Anbau bringt so viel Geschmack und Aroma mit, dass auf Gewürze weitestgehend verzichtet werden kann. Der Einkauf auf dem Bauernmarkt lohnt sich also.
  • Schonender Garen: Gerade dem Gemüse bekommt langes Kochen oder Braten nicht allzu gut. Es verliert an Biss und Geschmack. Ganz zu schweigen davon, dass Vitamine und weitere Vitalstoffe durch die Hitze zerstört und ausgewaschen werden. Besser sind daher geringe Temperaturen und kurze Garzeiten, beispielsweise beim schonenden Dünsten. Würzen ist durch den intensiveren Geschmack meist nur in geringem Maße oder gar nicht nötig.
  • Kräuter bevorzugt: Petersilie, Rosmarin, Salbei, Maggikraut und Thymian – die Liste der schmackhaften Kräuter ist lang, wird von vielen aber kaum genutzt. Hier lohnt es sich, ebenso wie bei den Gewürzen, einmal auf bisher Unbekanntes zuzugreifen.
  • Besser selbstgemacht: Brühe, Gewürzmischungen und Fertigsaucen enthalten sehr häufig Knoblauch und Zwiebel. Werden diese nicht vertragen, lohnt sich die selbstständige Zubereitung – die oft einfacher ist als gedacht und den Speiseplan zudem abwechslungsreicher und gesünder gestalten.

Quellen

  • Lebensmittel-Unverträglichkeiten Information ist alles. In „gv praxis“, (2012), 3, ISSN 0342-376X
  • Knoblauch kein Hauptallergen Spezielle Kennzeichnung laut BfR nicht notwendig. In “ afz – allgemeine fleischer zeitung“, (2007), 09, ISSN 0170-9828
  • Lothar Jäger: Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen : Immunologie, Diagnostik, Therapie, Prophylaxe. Urban & Fischer, 2002, ISBN 343721361X
  • „Allergie“ auf Nahrungsmittel ist meist nur Unverträglichkeit. In „Ärzte-Zeitung“, (2003), 227, ISSN 0175-5811
  • Gerhard Eisenbrand: Nahrungsmittelallergien und nahrungsbedingte Unverträglichkeiten : Symposium, Kurzfassung. VCH, 1996, ISBN 3527275746
  • Juergen Rees: Zu viel des Guten. Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. In „Wirtschaftswoche“, (2009), ISSN 0042-8582
  • Jörg Kleine-Tebbe: Nahrungsmittelallergie und – unverträglichkeit: Bewährte statt nicht evaluierte Diagnostik. In „Deutsches Ärzteblatt“, 102(2005), 27, ISSN 0012-1207

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